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Digitalisierung. M&A. Unternehmensstrategie.

Autor: Ludger Grevenkamp (Seite 1 von 2)

Was ist Digitalisierung? Teil 4

Was ist Digitalisierung? Teil 4

In Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dieser Blog-Serie habe ich u. a. über das exponentielle Wachstum der Digitalisierung gesprochen und über den Netzwerkeffekt des Internets. In diesem 4. Teil möchte ich darstellen, wie amerikanische Unternehmen es verstanden haben, ganze Branchen mit ihren neuen digitalen Geschäftsmodellen zu überrollen.

Analoge Ineffizienz + Kreative Geschäftsidee + Plattform-Denken

In Deutschland und Europa haben wir offensichtlich zwei besonders wichtige Punkte in der Digitalisierung übersehen:

  1. Die großen Ineffizienz-Potenziale (in nicht-industriellen Bereichen)
  2. Die Macht von Plattformen im Internet

Genau diese beiden Punkte haben Unternehmensgründer, vor allem im Silicon Valley in Kalifornien, zu ihrer Geschäftsgrundlage gemacht.

Mehr oder weniger als Blaupause für entsprechende Geschäftsmodelle kann Amazon mit Firmensitz in Seattle, im US-Bundesstaat Washington, dienen. Jeff Bezos, dessen Gründer und Chef, ist laut letzter offizieller Rechnung reichster Mann der Welt. Möglicherweise ändert sich das allerdings demnächst wieder, da Amazons Börsenkurs derzeit stark unter Druck steht. Ein zentraler Ausspruch von Bezos, ich meine sogar eine Art Credo von Amazon, lautet: „Deine Marge ist meine Chance.“

Wie hat er das gemeint?

Traditionell organisierte Firmen versuchen in der Regel, ihre Gewinnmarge möglichst hoch zu halten. Darauf basiert deren gesamte Kalkulation. Viele geschäftliche Abläufe sind analog und damit oft wenig effizient. Aktiv verkaufen solche Firmen häufig nur regional begrenzt, vorzugsweise fokussiert auf besonders wichtige Kundengruppen.

Das Geschäftsmodell von Amazon im Online-Versandhandel (‚Amazon Marketplace‘) sieht dagegen so aus: Einkaufen per Internet in Verbindung mit exzellenter schnellster Logistik und bequemen Zahlungsmöglichkeiten bietet allen möglichen Kunden weltweit einen Vorteil, der vom jeweiligen stationären Handel nur schwer zu toppen ist.

Um schnell große Marktanteile zu erreichen, auch international, hat Amazon seine Plattform für andere Händler geöffnet. Diese verkaufen angesichts des von Amazon in die Plattform eingebauten direkten Preisvergleichs in hartem Wettbewerb miteinander. Auch die Preise der von Amazon selbst vermarkteten Produkte werden immer wieder knallhart kalkuliert, häufig nicht einmal kostendeckend. Verluste interessieren erst mal nicht. Marktbeherrschung hat Vorrang. Das allem übergeordnete Ziel lautet „Amazon ist DIE Plattform für Online-Shopping“.

Eine kleine aber aufschlussreiche Randnotiz: Amazon sollte ursprünglich Relentless (engl. für gnadenlos, unbarmherzig) heißen, aber Freunde von Jeff Bezos rieten ihm von diesem Firmennamen ab.

Nach großen Erfolgen im Online-Shopping verfolgt Amazon offensichtlich die Absicht, mit eigenen Produkten wie Kindle, Fire, Alexa oder Echo sowie Dienstleistungen wie Amazon Prime und Prime Video, Amazon Music, Amazon Pay, Amazon Fresh etc. in immer weitere Lebensbereiche seiner Kunden vorzudringen und diese ebenfalls möglichst vollständig abzudecken.

Via Kindle verkauft Amazon z. B. heute mehr als die Hälfte aller E-Books in Deutschland. Echo und Alexa, der Cloud-basierte Sprachdienst von Amazon, können nicht nur immer mehr Wünsche erfüllen, sie können auch Amazon über die persönlichen Vorlieben, Lebensgewohnheiten usw. ihrer Nutzer informieren. Soviel an dieser Stelle erneut zur kostenlosen Datenweitergabe.

Beginnend mit dem Buchhandel hat Amazon so eine Branche nach der anderen umgekrempelt. Ganz aktuell scheint Amazon es auf die Finanzbranche abgesehen zu haben.

Amazon hat auch als einer der ersten im Jahr 2006 ein damals noch recht junges Geschäftsfeld für sich entdeckt: das Angebot von Cloud Rechenzentrumsleistungen. Amazon Web Services (AWS) ist heute unangefochten der weltweite Marktführer auf diesem Feld vor Microsoft mit Azure, Google Cloud und IBM Softlayer / Bluemix.

Hunderte von US-Unternehmen haben Ähnliches versucht wie Amazon. Viele mit enormem Erfolg, wie z. B.: Google, Apple, eBay, YouTube, PayPal, Facebook, LinkedIn, Instagram, Uber, Airbnb, Netflix. Deren Erfolg heißt für die Branchen und Unternehmen, die betroffen sind, häufig Disruption, Zerstörung ihres Geschäftsmodells. Dabei war meines Erachtens die Zerstörung nicht das Hauptziel der überwiegend amerikanischen Angreifer, sondern eher ein Kollateralschaden, eine unvermeidbare Begleiterscheinung.

Die geschäftliche Chance dieser US-Firmen bestand und besteht nämlich in

  1. der Ineffizienz analog geprägter Geschäftsprozesse, die gegenüber digital optimierten Abläufen nicht wettbewerbsfähig sind
  2. einer kreativen Geschäftsidee
  3. der möglichen globalen Internetplattform-Position in einem bestimmten Markt

Etliche Internetplattform-Positionen sind in den letzten 10 oder 20 Jahren von diesen Unternehmen besetzt worden. Teilweise haben sie wiederum andere Unternehmen mit Plattform-Position gekauft. Beispiele sind Google, die YouTube gekauft haben, oder Facebook mit WhatsApp und Instagram sowie Microsoft mit LinkedIn. Auch die deutsche SAP – siehe Teil 3 dieser Blog-Reihe – hat mit Ariba eine solche Plattform-Position gekauft. Vermutlich aus eigener Kraft versucht die Firma Klöckner den Aufbau einer Online-Plattform für den Handel mit Stahl.

Für die überwiegende Mehrzahl deutscher Unternehmen geht es in der Digitalisierung aber nicht um weltweite Internetplattformen, um vollständig neue Geschäftsmodelle in kurzer Zeit oder gar um Disruption.

Fast immer geht es um Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend digitalisierten Welt. Es geht um gute Ideen und vor allem um die Ablösung ineffizienter analog geprägter Geschäftsprozesse durch optimierte digitalisierte Abläufe.

Und das ist unser Thema.

Monopolartige Strukturen

Netzwerkeffekte begünstigen monopolartige Strukturen. Ein Unternehmen besetzt die internationale oder globale Plattform. Jeder, der die dort angebotene Leistung nutzen will, ist gezwungen, den zugehörigen Geschäftsbedingungen und Preisen zuzustimmen. Kleinere Wettbewerber haben kaum eine Chance. YouTube kennen alle, aber wer kennt Vimeo oder MyVideo?

Grundsätzlich sind Monopole nicht verboten. Untersagt ist aber der Monopol-Missbrauch. In der ALTEN Wirtschaft sind die Kartellämter da sehr wachsam und rege. In der NEUEN Wirtschaft tun sie sich schwer. Dort gibt es (bisher) kaum Regeln. Und im digitalen Umfeld mit den Regeln der alten Wirtschaft Monopolmissbrauch nachzuweisen ist schwierig und langwierig. Außerdem sind die Gegner Giganten. Ihr Marktwert kann durchaus mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines kleineren EU-Landes mithalten. Ihnen mangelt es auch nicht an Kreativität und Geld, entsprechenden Vorwürfen auszuweichen oder zu begegnen.

Das bringt uns wieder zum dringenden Handlungsbedarf des Gesetzgebers nach Rahmenbedingungen für die digitale Welt. Schon vor Jahren hat Olaf Scholz, damals noch Hamburgs Erster Bürgermeister und heute Bundesfinanzminister, Regeln für Plattformen angemahnt.

Und was ist seitdem passiert?

Im nächsten Beitrag zu dieser Blog-Reihe befasse ich mich mit dem Internet der Dinge, mit Industrie 4.0 und mit Software.

Ludger Grevenkamp
18. April 2018

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Datensicherheit ist extrem wichtig!

Daten- und IT-Sicherheit sind zentrale Punkte der Unternehmensstrategie.

Das hätte vor 20 Jahren kaum jemand so formuliert. Auch noch vor zehn Jahren wurden Daten- und IT-Sicherheit eher als typische IT-Aufgabe, denn als unternehmensstrategische Herausforderung gesehen.

Aber seit der Jahrtausendwende hat sich vieles geändert.


Informationstechnik (IT) ist extrem wichtig

Eine funktionierende und sichere IT ist mehr denn je für Unternehmen existenziell, überlebensnotwendig. Sie ist ähnlich wichtig wie die Zahlungsfähigkeit einer Firma.

Die Informationstechnik und vor allem die eingesetzte Software sind ein zentraler Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Viele Firmen stufen ihre IT als Kernkompetenz ein oder betrachten ihre Daten als größten Vermögenswert.

Daten dürfen nicht in falsche Hände geraten oder absichtlich oder unabsichtlich verfälscht/beschädigt worden sein. Kann auf die Daten nicht zugegriffen werden oder „steht der Computer“, ist eine Organisation so gut wie handlungsunfähig.

Entsprechend gilt es, die wesentlichen Risiken und Gefahren für eine funktionierende IT und für die sensiblen Unternehmensdaten zu kennen und sich dagegen abzusichern.


Was ist Daten- und IT-Sicherheit?

Bei der Datensicherheit geht es um den Schutz all Ihrer Daten vor Verlust, vor Manipulation, vor unberechtigter Kenntnisnahme und Diebstahl sowie vor sonstigen Bedrohungen.

Datensicherheit ist nicht zu verwechseln mit Datenschutz, dem Schutz personenbezogener Daten. Dessen Grundlage wiederum ist das informationelle Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen (siehe auch die neue DSGVO, die ab dem 25. Mai 2018 in vollem Umfang gilt).

IT-Sicherheit bezieht sich auf alle elektronisch gespeicherten Daten und deren fehlerfreie Verarbeitung sowie auf die Zuverlässigkeit der IT-Systeme, einschließlich z. B. der Überwachung von Zugriffsberechtigungen.

Insbesondere Datensicherheit und IT-Sicherheit sind nicht beliebig klar voneinander zu trennen. Der Begriff „Daten- und IT-Sicherheit“ bündelt die Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten sowie an eine verlässlich arbeitende informationstechnische Infrastruktur.

Eigenes oder externes Rechenzentrum

Wenn es um Konzepte für Rechenzentren geht, ist die Cloud mit ihren diversen Varianten inzwischen eine ernst zu nehmende Alternative. Wenn Sie Daten- und IT-Sicherheitsaspekte als besonders wichtig einordnen, ist eine Private Cloud einer Public Cloud immer vorzuziehen. Sie ist allerdings auch deutlich teurer. (Auf weitergehende Unterscheidungen der einzelnen Cloud-Varianten möchte ich an dieser Stelle verzichten.)

  • Arbeiten Sie mit einem seriösen Rechenzentrumsanbieter, ist die physische Datensicherheit und IT-Sicherheit im Rechenzentrum selbst weitestgehend gewährleistet; selbst bei Stromausfall oder Brand. Der Schutz vor möglichen Cyberattacken ist sehr hoch, aber er ist natürlich nicht vollkommen.

Da die Daten nicht lokal gespeichert, sondern meistens per Internet übertragen werden, ist die Internet-Wegstrecke, die die Nutzer mit dem Rechenzentrum verbindet bzw. von ihm trennt, sorgfältig zu prüfen. Das „Internet-Risiko“ reduziert sich deutlich, wenn Sie z. B. im Fall einer Private Cloud eine gesicherte VPN-Verbindung zum Rechenzentrum nutzen.

  • Betreiben Sie ein eigenes Rechenzentrum, muss sich dieses bzgl. Daten- und IT-Sicherheit an einem externen Rechenzentrum messen lassen. Und da liegt die Latte hoch. Das gilt auch bezogen auf mögliche Hacker-Angriffe.

Demgegenüber steht der Vorteil der lokalen Datenspeicherung. Allerdings gilt es, den auch emotionalen Aspekt „Meine Daten sind gleich nebenan“ richtig zu bewerten. Mit jedem mobilen Gerät, das per Internet mit Ihrem Rechenzentrum kommuniziert, verringert sich außerdem der Vorteil der lokalen Datenspeicherung.

Die Frage, ob externes oder internes Rechenzentrum, klammert, wie gesagt, mobile Geräte mit Internet-Kommunikation weitgehend aus. Das gilt auch für Daten, die unabhängig vom Standort des Rechenzentrums per Internet verschickt werden. Hier sind beide Alternativen sicherheitsmäßig vergleichbar.

Die folgende Grafik zeigt bezüglich Industriespionage in Deutschland die von den Unternehmen identifizierten Tätergruppen. In über 40 % der Fälle war eine Identifizierung allerdings nicht möglich.                         


Datensicherheit international

Wie ich eingangs angemerkt habe, hat sich seit der Jahrtausendwende in Sachen Datensicherheit vieles geändert, vor allem auch international – der 11. September 2001 und Edward Snowden sind nur zwei Stichworte.

Besonders hohe Risiken gehen Sie ein, wenn wichtige Daten Deutschland verlassen, denn dann unterliegen sie nicht mehr den deutschen Gesetzen.

Jetzt könnten Sie einwenden, es muss hier Europa heißen. Aber noch wird mit Datensicherheit in den Mitgliedstaaten der EU recht unterschiedlich umgegangen. Es ist bestimmt kein Zufall und liegt kaum an der Sprache oder der Besteuerung, dass sich besonders viele Rechenzentren US-amerikanischer Firmen in Irland befinden.

Wenn Sie gar zulassen, dass Ihre Daten nach Amerika gehen (können) oder sie von Firmen wie Amazon, Microsoft, Google, Dropbox usw. gespeichert werden, auch wenn deren jeweiliges Rechenzentrum in Europa sein sollte, liefern Sie sich datensicherheitsmäßig vollständig den Amerikanern aus.

Am 26. Oktober 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, wurde der USA PATRIOT Act verabschiedet. Er steht für Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act of 2001.
Auf Basis des USA Patriot Acts müssen US-Unternehmen den US-Behörden Zugriff auf bei ihnen irgendwo auf der Welt gespeicherte Daten eines Kunden verschaffen.

Teile des Patriot Act liefen am 1. 6. 2015 aus, wurden jedoch umgehend durch den Freedom Act am 2. 6. 2015 ersetzt. USA FREEDOM Act steht für Uniting and Strengthening America by Fulfilling Rights and Ensuring Effective Discipline Over Monitoring Act.

Neuer Name, aber gleiches Prinzip: Wenn die USA möchten, dürfen sie alles.

Vermutlich erfahren Sie nicht einmal, dass eine US-Behörde auf ihre Daten zugegriffen hat. Denn hierfür gibt es den wohl recht großzügig genutzten National Security Letter (NSL), mit dem das FBI den Betreffenden verbieten kann, sich zum Vorgang des Datenzugriffs zu äußern.

Die Nationale Sicherheit der USA wird hier gern in den Vordergrund geschoben. Aber Wirtschaftsspionage und anderweitigen Datenmissbrauch „gibt es auch unter Freunden“.

Seit Beginn der Präsidentschaft von Donald Trump ist das Vertrauen gegenüber den USA in Sachen Datensicherheit noch weiter gesunken. Eine renommierte deutsche Computerzeitschrift rät klar davon ab, Kundendaten in den USA zu speichern. Die jüngste Affäre um Facebook und Cambridge Analytica (Slogan: „data drives all we do“) nährt weitere Befürchtungen bezüglich systematischen Datendiebstahls bzw. –missbrauchs in den USA.

Aufgrund des Misstrauens gegenüber US-amerikanischen Cloud Storage Providern (CSP) hat Microsoft für zwei seiner Cloud-Rechenzentren eine Treuhänder-Vereinbarung mit der Deutschen Telekom geschlossen. Angeblich soll dieses juristische Konstrukt den US-Behörden den Zugriff auf Kundendaten nicht mehr ermöglichen. Angeblich.

Denn laut Gesetz dürfen deutsche Behörden auf Daten der Deutschen Telekom zugreifen. Außerdem hat seit 1. Januar 2017 auch der BND (Bundesnachrichtendienst) gegenüber Nicht-Deutschen ähnliche Möglichkeiten des Datenzugriffs wie die US-Behörden. Nur – und das ist ein wichtiger Haken: Um eindeutig festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Nicht-Deutschen handelt, muss der BND ja erst einmal zugreifen …
Gegen dieses neue BND-Gesetz läuft übrigens eine Verfassungsbeschwerde.


Fazit: Lassen Sie Ihre Daten bei den Deutschen!

Wenn Ihnen Ihre Daten wichtig sind, sollten Sie alle Rechenzentren in den USA sowie alle Rechenzentren, die in irgendeiner Weise mit US-amerikanischen Unternehmen verbunden sind, meiden. Sogar europäischen Rechenzentren bei sensibleren Daten zu vertrauen, halte ich zumindest für gewagt.

Nun – absolute Datensicherheit gibt es nicht.

Aber unter Abwägung aller Risiken und sonstiger Kriterien scheinen mir nur Rechenzentren mit deutschen Eigentümern ausreichend vertrauenswürdig. Und auch bei denen sollten Sie sorgfältig überlegen, inwieweit zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. eine Private Cloud oder gar die explizite Verschlüsselung der Daten, angebracht sind.

Ludger Grevenkamp
31. März 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 3

Digitalisierung – was ist das? – Teil 3

In den ersten beiden Teilen dieser Blog-Serie habe ich deutlich gemacht, dass es Digitalisierung und digitalen Wandel in Deutschland seit mindestens fünfzig Jahren gibt. Mit exponentiellem Wachstum. Viele dadurch verursachte Veränderungen haben wir nicht besonders gut gemeistert … 

In diesem Beitrag erläutere ich den Netzwerkeffekt und die Bedeutung von Informationen.

Netzwerkeffekt Internet

Was in der „old economy“ der Skaleneffekt, ist in der „new economy“ der Netzwerkeffekt.

Mit Skaleneffekten sind wir bestens vertraut: Je mehr produziert wird, umso leichter lassen sich die Kosten für Entwicklung umlegen. Je günstiger die Produktion z. B. wegen höherer Stückzahlen, umso niedriger kann der Verkaufspreis sein. Und so weiter.

Digitalisierung zu verstehen, ohne den Netzwerkeffekt zu kennen, ist schwierig. Um ihn zu veranschaulichen, erinnern wir uns an eine Aufgabe unserer Schulzeit:

„Die Personen auf einer Party stoßen mit ihren Gläsern an. Jede Person genau einmal mit jeder anderen Person. Wie oft macht es ‚kling‘?“

Wir kennen die Antwort: Bei zwei Personen macht es genau einmal ‚kling‘, bei vier Personen schon 6-mal, bei 10 Personen 45-mal.

Robert Metcalfe, einer der Entwickler des Ethernet, das auch heute noch die Grundlage unseres LAN und WLAN bildet, hat die hinter diesem Sachverhalt stehende einfache Regel, die auch nach ihm benannt ist, als erster ausgesprochen: Der Nutzen eines Kommunikationssystems steigt mit dem Quadrat seiner Teilnehmerzahl. Zwei Computer (= zwei Teilnehmer) haben nur eine mögliche Verbindung. Bei tausend Computern sind wir schon bei einer halben Million möglicher Verbindungen zwischen jeweils zwei Computern.

Sind in einem Kommunikationssystem die Teilnehmer Menschen, kommt zum gerade Beschriebenen noch die „positive Rückkopplung“ hinzu. Diese bedeutet: Je mehr Nutzer ein Netzwerk hat, umso attraktiver ist es für neue Nutzer. Letztere vergrößern die Nutzeranzahl und erhöhen damit wiederum die Attraktivität für andere neue Nutzer. Und so weiter. Ein sich selbst verstärkender Erfolg. Der Starke wird immer stärker und verdrängt die Schwächeren. „The winner takes it all!“

Entdeckt hat den Netzwerkeffekt wohl Theodor Vail, der Präsident von Bell Telephone in den USA. 1908 schlug er vor, die etwa 4000 eigenständigen Telefonvermittlungsstellen landesweit zu bündeln. Daraus entwickelte sich die Monopolgesellschaft AT&T (American Telephone and Telegraph), die 1982 nach einem langwierigen Gerichtsverfahren zerschlagen und in sieben regionale Telefongesellschaften aufgespalten wurde.

„Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“

Nüchtern müssen wir feststellen, dass wir in Deutschland erst langsam anfangen zu begreifen, was Carly Fiorina, ehem. CEO von Hewlett Packard, schon vor vielen Jahren so formuliert hat: „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert.“ Vor allem haben fast alle unterschätzt, wie rasant sich die digitalen Technologien weiterentwickeln und was sie im Verbund bewirken können. Eben Netzwerkeffekt!

Ein flächendeckendes Internet für Jedermann gibt es seit etwa 20 Jahren. In der ersten Hälfte dieser 20 Jahre, von 1997 bis 2007, hat sich die Zahl der weltweiten Internet-Nutzer mehr als verzehnfacht; in den folgenden 10 Jahren, von 2007 bis 2017, nochmal knapp verdreifacht – bis auf heute 3.5 Milliarden Menschen.

Smartphones gibt es gerade mal seit 10 Jahren mit aktuell etwa 2,5 Milliarden Nutzern. Einfache Mobilfunkgeräte gehen noch On Top.

Heute hat etwa die Hälfte der Menschheit Internet-Anschluss. Davon sind fast alle per E-Mail, Skype, Facebook oder WhatsApp etc. erreichbar. Per Internet erreichbar zu sein, ist praktisch ein Muss. Umgekehrt, fast jeder der etwas mitzuteilen hat, tut dies vor allem im Internet.


„Informationen sind der Rohstoff der Zukunft.“

Mit innovativen und hoch-skalierbaren Geschäftsmodellen bieten Unternehmen wie Google, Facebook, LinkedIn, Amazon, Snap ihre Leistungen über das Internet Millionen von Menschen an. Suchmaschinen und soziale Netzwerke sind heute aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Diesen millionenfachen Zugang zu Konsumenten und das Wissen über sie („Informationen sind der Rohstoff der Zukunft!“) nutzen sie wiederum als Einnahmequelle.

Die großen US-amerikanischen Internet-Unternehmen dominieren in ihrem jeweiligen Betätigungsfeld nahezu die gesamte westliche Welt. Und wir lassen sie gewähren und sind vielleicht sogar noch stolz darauf, wenn ein solches Unternehmen eine deutsche Niederlassung gründet oder ein Logistikzentrum errichtet.

Die vordergründig kostenlose Suchmaschine von Google oder das kostenlose Beziehungsnetzwerk Facebook bezahlen wir de facto mit unseren Daten. Mit den Informationen, die Auskunft geben über unsere Interessen, Lebensgewohnheiten, Orte, an denen wir uns aufhalten, Menschen, mit denen wir umgehen usw. usw. Die Internet-Riesen erzielen damit jährlich (2017) weit über 100 Milliarden Dollar Umsatz, dem aktuellen Gegenwert unserer freiwillig = kostenlos überlassenen Informationen.

Zwei Unternehmen, Google incl. YouTube und Facebook incl. Instagram kontrollieren heute 60 % des weltweiten digitalen Werbemarktes, mehr als 20 % des gesamten weltweiten Werbemarktes. (Die Auswirkungen des jüngsten Skandals „Facebook / Cambridge Analytica“ bleiben natürlich abzuwarten.) Eine solch dominante Marktposition ist charakteristisch für die großen Internet-Unternehmen. Darauf werde ich im nächsten Teil dieser Blog-Reihe näher eingehen.

China hat die wirtschafts- und machtpolitische Bedeutung von Informationen frühzeitig erkannt, sich den Bestrebungen von Google & Co. entgegen gestellt und eigene nationale Champions wie Baidu, Alibaba etabliert und gefördert. Russland versucht Ähnliches.

In Europa gibt es nur wenige Unternehmen, die den Tech-Giganten zumindest in einzelnen Bereichen nennenswert Paroli bieten können. Die deutsche SAP ist eines dieser Unternehmen. 2012 hat SAP die kalifornische Ariba übernommen und verfügt damit heute über die weltweit größte Cloud-basierte Beschaffungsplattform im Business-to-Business Bereich. Als Kaufpreis zahlte SAP mit 4,3 Milliarden Dollar ungefähr den 10-fachen Umsatz von Ariba.
Die Stahlhandelsfirma Klöckner arbeitet intensiv an ihrem Onlineshop für Stahl, um bis 2020 die Hälfte ihres Umsatzes online abzuwickeln.

Im B2C-Bereich hat der erfolgreiche schwedische Musik-Streaming Dienst Spotify selbst Apple mit iTunes „überrascht“. Allerdings holt Apple seitdem stark auf. Deutsche Unternehmen, wie Zalando, XING oder Delivery Hero, rangieren, weltweit betrachtet, mit großem Abstand hinter den erwähnten US-Giganten.

In den Mittelpunkt des vierten Teils dieser Blog-Reihe stelle ich den bisherigen Erfolg der US-amerikanischen Internet-Giganten und wie er zu erklären ist.

Ludger Grevenkamp
26. März 2018

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M&A – Meine Erfahrung

Unverhofft kommt oft …

…, das gilt ganz besonders auch bei Mergers & Acquisitions.

Plötzlich erhält die Geschäftsführung Post von einer M&A Beratung mit einem noch anonym gehaltenen Verkaufsangebot. Oder ein M&A-Berater ruft an, um vorsichtig zu erkunden, ob möglicherweise Interesse bestünde, ein bestimmtes Unternehmen zu erwerben.

Besonders spannend sind eventuelle Gerüchte oder schon konkretere Informationen, dass ein Unternehmen XY vielleicht oder angeblich zu kaufen sei.

In diesem Beitrag schildere ich anhand einiger Beispiele, was alles so passieren kann …

Beispiel Nr. 1

Eines Tages kommt ein Vertriebsmitarbeiter zu mir, ich war damals der Geschäftsführer, und berichtet von einem noch wenig bekannten Wettbewerbsprodukt, das zwar deutlich teurer sei als unseres, aber laut Kundeneinschätzung sei es unserem Produkt technisch weit überlegen. Leider, so der Kunde, habe der Anbieter dieses Premium-Produktes wohl vertriebliche Schwächen …

Anbieter des besagten Produkts war ein Startup, von Entwicklungsingenieuren gegründet.

Im persönlichen Gespräch zeigte sich der Geschäftsführende Gesellschafter des Startups grundsätzlich aufgeschlossen, sich bei entsprechenden Konditionen „übernehmen zu lassen“. Auch die anderen Miteigentümer hätten erkannt, dass sie weder über ausreichend Kapital noch über einen zufriedenstellenden Marktzugang verfügten.

Aus dieser ersten Kontaktaufnahme wurde in nur acht Wochen eine Akquisition via „Asset Deal“. 

Beispiel Nr. 2

Mehrfach versuchte ich erfolglos den Eigentümer eines Unternehmens zu kontaktieren, das mir als strategische Erweiterung des Unternehmens, das uns mit der M&A Suche beauftragt hatte, besonders geeignet schien. Etwa zwei Wochen später rief mich ein Mitarbeiter eines M&A Consultants an, der mit dem Verkauf des besagten Unternehmens beauftragt war. Offensichtlich war er erst durch meine wiederholten Anrufversuche auf mich und damit unseren Auftraggeber als möglichen Käufer aufmerksam geworden.

Und der wurde es dann auch.

Beispiel Nr. 3

Entsprechend strategischer Rahmenbedingungen, bestimmter Eckdaten und geografischer Präferenzen sollten wir ein Unternehmen für eine Akquisition finden.

Während unserer Recherchen stießen wir bei einem von uns als besonders interessant eingestuften Akquisitions-Kandidaten auf Hinweise, dass dieses Unternehmen erst vor kurzem vom Eigentümer, einem Finanzinvestor, an einen größeren Konzern verkauft worden sei.

Nun – kein Deal ist wirklich abgeschlossen ohne unterschriebenen und gültigen Vertrag.

Also rief ich unverzüglich direkt den CEO des betreffenden Unternehmens an: Der Deal war tatsächlich im Prinzip gelaufen, aber noch nicht unterschrieben.

Jetzt waren Ausdauer, Hartnäckigkeit und auch Glück gefragt. Nachdem der recht ambitionierte Kaufpreis und andere Kaufbedingungen quasi vorgegeben waren, hatten wir nur einen „weichen“ Ansatzpunkt, um den Verkäufer umzustimmen: Der vorgesehene Käufer plante offensichtlich eine deutliche Reduzierung oder gar Schließung der Standorte des besagten Unternehmens.

Nach zähem Ringen wurde unser Auftraggeber nachträglich doch noch als potenzieller Käufer akzeptiert. Damit war das zähe Ringen aber nicht zu Ende, sondern es ging gerade so weiter. Aber es hat sich gelohnt. Einige Monate später unterschrieb unser Auftraggeber den Übernahmevertrag.  

Dies sind nur einige Beispiele aus unserer bisherigen M&A Erfahrung. Über Kommentare und Fragen zu diesem Beitrag freue ich mich.

Es kann natürlich auch ganz anders laufen, aber dazu schreibe ich in einem anderen Blog-Beitrag sicherlich mehr.

Ludger Grevenkamp
20. März 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 2

Digitalisierung – was ist das? – Teil 2

Mit „Digitalisierung war ganz plötzlich!?“  habe ich den ersten Teil meiner Blog-Serie überschrieben. Jetzt geht es weiter mit der Frage …

Wie sind wir mit dem digitalen Wandel bisher zurechtgekommen?

Unter Digitalisierung oder auch digitaler Transformation verstehen wir den Wandel von bisherigen analog geprägten Denk- und Arbeitsweisen hin zu neuen Denk- und Arbeitsweisen auf Basis und unter Nutzung digitaler Techniken.

Wie fast jede Veränderung war auch der digitale Wandel in den vergangenen Jahrzehnten von enormen Befürchtungen begleitet. Namentlich auf die großen Gefahren für die Arbeitsplätze, für die Unternehmen und für unsere Gesellschaft wurde immer wieder hingewiesen.

Arbeitsplätze

Soweit es die Arbeitsplätze betrifft: Zwar hat die bisherige Digitalisierung viele Arbeitsplätze vernichtet oder gravierend verändert, aber sie hat auch viele neue geschaffen. Insgesamt dürften keine Arbeitsplätze verloren gegangen sein.

Auf das Thema „Digitalisierung und Arbeit“ werde ich in einem späteren Teil dieser Blog-Reihe nochmal detaillierter eingehen.


Unternehmen

Bei den Unternehmen läuft es gut, wenn man den Medien glaubt. Die Wirtschaft brummt. In technischen Bereichen (Industrie, Logistik usw.) liegen wir, auch was den digitalen Wandel betrifft, ganz gut im Rennen.

Nicht zu übersehen sind aber Probleme im Bereich Mitarbeiter und Führungskräfte. Deutschlandweit herrscht gravierender Fachkräftemangel; es fehlt an ausreichend Hochschulabsolventen in technischen Disziplinen; das Handwerk sucht verzweifelt Auszubildende.

In Teil 1 dieser Blog-Reihe habe ich u. a. darauf hingewiesen, wie drastisch sich die Altersstruktur der deutschen Bevölkerung verändert. Die Wirtschaft leidet außerdem massiv darunter, dass wir uns im Bildungswesen bezüglich Digitalisierung nur wenig bewegt haben.

Problematisch ist auch die Situation in der Büroarbeitswelt mit erheblichen Fehlentwicklungen in den letzten Jahrzehnten, die aber weitgehend ignoriert oder verdrängt wurden. Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet in Deutschland im Büro bzw. auf einem Büroarbeitsplatz. Während bei den weitgehend strukturierbaren Prozessen in Fertigung und Logistik stets sehr sorgfältig auf Effizienz und Qualität geachtet wurde, gibt es im Büro einen hohen Anteil kaum strukturierbarer Prozesse (z. B. Kommunikation, Arbeitsorganisation). In diesem Umfeld hat die Digitalisierung fast unkontrolliert Einzug gehalten. Aber die Höhe des IT-Budgets oder der Einsatz marktführender Office-Software sind keineswegs ein Garant für effiziente und gute Büroarbeit oder für Motivation und psychisches Wohlbefinden der Beschäftigten. Siehe auch meinen Blog zu „Büro 4.0“

Gesellschaft

Bzgl. der Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Gesellschaft greife ich für diesen Beitrag zwei Bereiche heraus:

Im privaten Umfeld hat sich die Digitalisierung ähnlich unkontrolliert ausgebreitet wie in den Büros. Sie hat unser Verhalten und unsere Lebensart stark verändert. Online Shopping, Online Banking, Social Media, Gaming und WhatsApp sind nur erste Stichworte. Die digitale Veränderung wird besonders deutlich sichtbar am Umgang mit dem Smartphone. Fahren Sie nur mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder laufen Sie durch eine Fußgängerzone. Ohne Smartphone geht fast nichts mehr.

Vor allem bei Jugendlichen ist die Abhängigkeit von digitalen Geräten ein ernstes Thema. Digitale Demenz“, so der Titel eines vor einigen Jahren erschienen Buches von Manfred Spitzer, Psychiater und Hochschullehrer, spricht eine deutliche Sprache. Die eindringliche Aussage „Lesen bildet – Daddeln nicht“ bringt uns wieder zum Bildungswesen.

Politik und Öffentliche Verwaltung vermitteln ein ganz anderes Bild. Hier scheint ein großer Teil der bisherigen digitalen Entwicklung keine besonderen Spuren hinterlassen zu haben. Ähnlich wie beim Bildungswesen sind wir hier noch gut im letzten Jahrhundert unterwegs. Dabei ist Digitalisierung heute ein Standardthema in politischen Reden. Aber wenn Politiker dann die entsprechenden Textpassagen ablesen, habe ich meistens den Eindruck, sie verstehen nicht recht, worüber sie eigentlich gerade reden.

Von den vielen Computern in Amtsstuben sollten wir uns nicht täuschen lassen. Das kleine Estland, aus dem übrigens die Entwickler der – heute Microsoft gehörenden – Kommunikationssoftware Skype stammen, hat schon vor etlichen Jahren vorgemacht, wie digitale öffentliche Verwaltung funktionieren kann.

Die Digitalisierung, unsere NEUE Wirtschaft, benötigt dringend gesetzliche Rahmenbedingungen.

Aber wie wird das vermutlich laufen?

Bis sich diese Erkenntnis stärker verbreitet und zu einer klaren politischen Forderung wird, vergehen sicher Monate bis Jahre. Darauf folgen üblicherweise mehrere Jahre Diskussion auf nationaler und europäischer/internationaler Ebene, bis vielleicht ein Gesetzgebungsverfahren in Gang kommt. Bis dann ein Kompromiss zwischen allen relevanten Interessengruppen gefunden wird und das Gesetz wirksam wird, vergehen nochmal zwei oder drei Jahre. Inzwischen hat sich die digitale Welt so rasant weiterentwickelt, dass das verabschiedete Gesetz kaum noch nötig ist und vielleicht sogar die digitale Transformation behindert.

Ist diese Beschreibung zynisch oder zutreffend?

Im dritten Teil dieser Blog-Reihe erläutere ich den Netzwerkeffekt Internet und beschäftige mich mit der Aussage „Informationen sind der Rohstoff der Zukunft!“

Ludger Grevenkamp
14. März 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 1

Digitalisierung – was ist das? – Teil 1

Digitalisierung war ganz plötzlich!?

Der Begriff „Digitalisierung“ ist heute in aller Munde. Digitalisierung aber gibt es mindestens seit es Computer gibt. Also seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, als z. B. IBM das System/360 auf den Markt brachte oder die Nixdorf Computer AG in Paderborn das Modell 820. In den 70er und 80er Jahren hat die Mikroelektronik in größerem Umfang Industrie und Büro erreicht. Die damit verbundenen Veränderungen wurden schon damals als „Digitale Revolution“ bezeichnet.

Warum erwähne ich das?

Viele Politiker, Autoren, Moderatoren, Redner und andere Zeitgenossen tun so, als ob es die Digitalisierung erst seit kurzem gäbe und das auch noch völlig überraschend. Ausgesprochen unglücklich auf den Punkt gebracht hat das Bundeskanzlerin Angela Merkel am 19. Juni 2013, als sie das Internet als Neuland bezeichnete…

Als hätte es PCs, digitalen Mobilfunk, Sensoren jeglicher Art, Internet, Big Data, Künstliche Intelligenz, Yahoo, eBay und Google nicht schon vor der Jahrtausendwende gegeben.

Als die Bundeskanzlerin „das Internet entdeckte“, nutzten weltweit bereits 2,6 Milliarden Menschen das Internet. Nahezu die gesamte industrialisierte Welt einschließlich großer Anteile in Ländern wie China oder Indien. Und bereits 1965 formulierte der Intel-Mitgründer Gordon Moore eine Art Naturgesetz der Informationstechnik, indem er sagte: „Alle zwei Jahre wird sich die Anzahl der Transistoren auf Prozessoren verdoppeln.“

Zu welchem Zweck wohl?

In Wirklichkeit begleiten uns Digitalisierung und digitaler Wandel seit über 50 Jahren. Unser größtes Problem dabei ist das enorme exponentielle Wachstum. Denn das verträgt sich nicht mit unserem eher linearen Denken. Jedes Jahr ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger. Ein Wachstum von 3 % gegenüber Vorjahr, auch wenn wir es 5 Jahre hinweg jedes Jahr wieder erreichen, liegt mit insgesamt 15,9 % nur geringfügig, nämlich um 0,9 %, über einer tatsächlichen linearen Entwicklung mit 15 % Wachstum (5 Jahre lang jeweils 3 Prozent vom Ursprungswert).

Ist das Wachstum eines Unternehmens prozentual zweistellig und beträgt es 30 %, 50 % oder gar 200 % pro Jahr, löst das einen Schock aus. Viele können damit nicht mehr umgehen, denn über einen Zeitraum von 5 Jahren würden diese Wachstumsraten den 3,7-fachen, 7,6-fachen oder gar 243-fachen Umsatz bedeuten.

Aber sehr starkes Wachstum ist in der digitalen Welt nun mal Realität, wie auch dieses wiederholt gezeigte Schaubild verdeutlicht.

Digitalisierung ist nicht der einzige Megatrend

Was wir in der ganzen Digitalisierungsdiskussion auch nicht übersehen dürfen: Digitalisierung ist bei weitem nicht der einzige „Mega-Trend“ der jüngeren Zeit. Zeitgleich haben andere bedeutende Entwicklungen stattgefunden und verstärken teilweise noch die Auswirkungen der Digitalisierung. Wir sollten diese im Hinterkopf haben, wenn wir über digitale Transformation sprechen:

  • Globalisierung. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs in 1989 hat sie nochmal einen kräftigen Schub erfahren; mit großen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Auswirkungen.
  • Sozialer und kultureller Wandel in unserer Gesellschaft. „Generation Y“, „Millennials“, „Zusammenbruch der DDR“, „Migration/Integration“ sind nur einige Begriffe, die die nachhaltigen Veränderungen der letzten Jahrzehnte in Politik und Sozialwesen skizzieren.
  • Demografie. In Deutschland wird sich der Anteil der über 65-jährigen von 20 % im Jahr 2000 auf 40 % im Jahr 2040 verdoppeln.
  • Umwelt und Ökologie. Die aktuelle Diskussion wird vom Klimawandel und allem, was damit zusammenhängt, darunter auch Fahrverbote und E-Mobilität, dominiert.

Im zweiten Teil dieser Blog-Reihe geht es um die Frage „Wie sind wir mit dem digitalen Wandel bisher zurechtgekommen?“

Ludger Grevenkamp
7. März 2018

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Betroffene zu Beteiligten machen.

Betroffene zu Beteiligten machen. 

Schon vor mehreren Jahrzehnten, als Werkstudent bei Hewlett Packard (HP), hörte ich diesen Leitsatz immer wieder. Darüber hinaus war er auf Plakaten zu lesen, die an verschiedenen Stellen im Unternehmen aufgehängt waren.

„Betroffene zu Beteiligten machen“

Das bedeutet: Wer möchte, dass jemand etwas akzeptiert oder sogar gut findet, sollte ihn so früh wie möglich einbinden. Denn wer an der Problemdiskussion und Lösungssuche beteiligt war, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch hinter dem gefundenen Ergebnis stehen.

Obwohl diese Erkenntnis eigentlich trivial ist, wird sie doch regelmäßig missachtet. Mit den üblichen Konsequenzen: Projekte scheitern oder verzögern sich erheblich. Maßnahmen, die ohne Einbeziehung der Betroffenen entschieden wurden, erzeugen wenig Begeisterung und nur geringe Wirkung.

Eine auf diese Weise, also ohne die Betroffenen, zustande gekommene Unternehmensstrategie wird voraussichtlich nur zur Kenntnis genommen statt hochmotiviert umgesetzt. Einen digitalen Wandel ohne die betroffenen Mitarbeiter zu versuchen, kann ich beim besten Willen nicht empfehlen.

„Betroffene zu Beteiligten machen“ zielt unmittelbar auf die bekannte Formel:

ERFOLG = (Güte der Entscheidung) x (Motivation der Mitarbeiter)

Ist die Motivation der Mitarbeiter gering oder fast null, kann die Entscheidung noch so gut sein; wenn man beide miteinander multipliziert, wird das Produkt sehr klein sein, d.h.: ein Misserfolg ist vorprogrammiert!

Die Herausforderung besteht darin, gemeinsam mit den Mitarbeitern eine gute Entscheidung für das Unternehmen zu erarbeiten oder sie zumindest zum frühest möglichen Zeitpunkt in eine geplante Entscheidung einzubinden und mitzunehmen.

Ludger Grevenkamp
26. Februar 2018

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Strategische Einordnung eines Unternehmenskaufs

Strategische Einordnung eines Unternehmenskaufs

M&A Transaktionen erfolgen geplant, nach entsprechendem Such- und Selektionsprozess, oder ungeplant, weil sich (überraschend) eine günstige Gelegenheit bietet. Bei der Akquisition eines Unternehmens geht es neben finanziellen, rechtlichen, personellen, kulturellen und organisatorischen Fragen vor allem auch um die unternehmensstrategische Einordnung des Vorhabens.

Hier lassen sich – modellhaft betrachtet – drei grundsätzliche Varianten unterscheiden:

  1. Das zugekaufte Unternehmen füllt strategisch eine Lücke, die im kaufenden Unternehmen bisher bestanden hat. Zum Beispiel deckt es bisher nicht erreichbare bzw. bearbeitete geographische oder regionale Bereiche ab, es vervollständigt oder erweitert das bisherige Produktportfolio oder es verfügt über wichtiges Knowhow oder den Zugang zu neuen Kundengruppen.
    Oft geht es in dieser besonders häufigen Variante einer Akquisition auch um mögliche Synergien. Außer klassischen Einsparungen zählen hierzu vor allem Skalen- und Verbundeffekte wie z. B. bessere Auslastung von Ressourcen oder bessere Beschaffungsmöglichkeiten.
    Unternehmensstrategisch spricht man bei dieser M&A Variante auch von horizontaler oder vertikaler Ergänzung/Stärkung des Geschäftsmodells des kaufenden Unternehmens.
  2. Die Strategien des kaufenden und des akquirierten Unternehmens überlappen sich zu einem großen Teil oder beide Unternehmen sind sogar direkte Wettbewerber. Bei einem „Zusammenschluss“ bieten sich ihnen geschäftliche Perspektiven, die sie einzeln so nicht wahrnehmen könnten. Mögliche Synergien, wie sie unter der ersten Variante erläutert wurden, sind hier möglicherweise ein weiterer Kaufgrund.
    In der Regel ist bei dieser M&A Variante eine gelungene aber häufig schwierige Verschmelzung wichtige Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg des gemeinsamen Unternehmens. Vor allem, wenn die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Unternehmen ausgeprägter sind, sollten Sie sich auf einen entsprechend herausfordernden Merger einstellen.
  3. Das zugekaufte Unternehmen dient dem Aufbau eines neuen Unternehmens-Standbeins bzw. der Diversifikation der geschäftlichen Aktivitäten. Trotz neuen Eigentümers arbeitet in diesem Fall das zugekaufte Unternehmen, angenommen es war bisher erfolgreich, im Wesentlichen weiter wie bisher. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei dieser Variante der Merger weniger zeitkritisch ist und meistens auch leichter durchzuführen.

Diese drei grundsätzlichen Varianten einer strategischen Akquisition kommen in der Realität natürlich selten lupenrein vor. Das wäre wohl auch zu einfach.

Jede Akquisition ist komplex. Und das Ausmaß der Komplexität sollte man nie unterschätzen. Schon gar nicht die Herausforderung eines gelungenen Mergers. Ein neutraler erfahrener Blick von außen ist hierbei eine wichtige Unterstützung. Sprechen Sie mit uns! 

Ludger Grevenkamp
16. Februar 2018

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Büro 4.0

Büro 4.0

Als der Begriff „Büro 4.0“ erstmals verwendet wurde, war die Anzahl von „4.0-Begriffen“ mit „Industrie 4.0“ als Pionier noch sehr überschaubar. Inzwischen ist das völlig anders. Wer etwas Neues, Besseres oder Zukünftiges ausdrücken möchte, verwendet gern den Zusatz „4.0“.

In Deutschland arbeiten über 50 % aller Beschäftigten im Büro bzw. sie haben einen Büroarbeitsplatz. Als solcher zählt z. B. auch das Homeoffice oder der Firmenwagen beim Außendienst-Mitarbeiter. Entscheidend ist die geleistete Büroarbeit.

Büro 4.0 steht für das Büro der Zukunft, für die zukünftige Büroarbeitswelt. Und dieses Büro 4.0 ist attraktiv + effizient + gesund. So habe ich die Erwartungen und Wünsche an das Büro der Zukunft in einem Vortrag vor einigen Monaten zusammengefasst. Damit wollte ich zwei Aspekte ausdrücken:

1. Die heutige Büroarbeitswelt (nach der 4.0-Zählweise also das Büro 3.0) ist nicht attraktiv, effizient und gesund. Oder zumindest nicht so, wie sie es sein könnte und sollte.

2. Die Entwicklungen und Trends der letzten Jahre in Technologie und Gesellschaft stellen das Büro 3.0 vor größere Herausforderungen, vor allem bezogen auf Attraktivität, Effizienz und Gesundheit.

Das Büro 4.0 ist attraktiv

Heutige Situation:
Als einigermaßen repräsentativ für die Attraktivität der Büro-Arbeitswelt betrachte ich den Mitarbeiter Engagement Index, den das amerikanische Beratungsunternehmen Gallup jährlich u. a. für Deutschland ermittelt. Danach haben, mit geringen Abweichungen in den letzten Jahren, jeweils etwa 85 % aller Mitarbeiter keine besondere emotionale Bindung an ihr Unternehmen oder sie haben sogar innerlich gekündigt.
(Obwohl diese Daten nicht separat für Büroarbeitsplätze erhoben werden, gehen Fachleute davon aus, dass die Ergebnisse auch repräsentativ für das Büro sind.)
Mit anderen Worten: das Büro von heute ist für die Mitarbeiter nicht besonders attraktiv.

Büro 4.0:
Als Schlüsselressourcen der Mitarbeiter gelten: Wissen + Vernetzung + Kreativität. Die heutigen Mitarbeiter weiter zu qualifizieren und geeignete neue Mitarbeiter zu finden sind zentrale Unternehmensaufgaben. Qualifizierte Fachkräfte sind in Deutschland allerdings knapp. Der Kampf um die Besten ist längst in vollem Gange. Und das wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern, eher im Gegenteil. Im Umkehrschluss bedeutet das: die Arbeitnehmer bestimmen mehr und mehr den Bewerbungs- und Auswahlprozess. Die Ranglisten der besten Arbeitgeber aus Sicht von Studenten und Absolventen, die inzwischen regelmäßig erstellt werden, unterstreichen diesen Wandel. Siehe zum Beispiel das Top-Arbeitgeber Ranking 2017 für Wirtschaftswissenschaftler
https://studierende.deutschlands100.de/top-arbeitgeber/top-arbeitgeber-ranking/ranking-business.html
Um gute Kandidaten zu überzeugen und gute Mitarbeiter zu halten, muss das Unternehmen von ihnen als attraktiv wahrgenommen werden. Dabei geht es nicht nur um das allgemeine Image eines Unternehmens, sondern vor allem um das reale Arbeitsumfeld. Es muss den Wünschen und Erwartungen der Beschäftigten möglichst optimal entsprechen, und natürlich auch die Schlüsselressourcen unterstützen und fördern. Das bedeutet: In allen Bereichen des Büros der Zukunft, dem physischen Umfeld, der Informations- und Kommunikationstechnik und der Arbeitskultur, sind die Unternehmen stark gefordert.

Das Büro 4.0 ist effizient

Heutige Situation:
Als einen Indikator für die heutige Effizienz im Büro wähle ich die leider viel zu selten ermittelte Arbeitszeitverschwendung. In den mir bekannten Quellen wird letztere mit 30 % bis 40 % angegeben (33 %, Fraunhofer und Kaizen Institut, Lean Office 2006 // 40 %, AKAD University Leipzig, 2013)
Hohe Nacharbeitsraten im Büro von deutlich über 5 % verstärken noch den Eindruck mangelhafter Effizienz in der heutigen Büroarbeitswelt. Das ist übrigens nicht nur unbefriedigend für die Arbeitgeber, sondern genauso für die Arbeitnehmer. Und dieser Tatbestand verringert die Attraktivität des Arbeitsumfeldes deutlich.

Büro 4.0:
Der Löwenanteil der Arbeitszeitverschwendung, die nicht nur teuer ist, sondern auch den Zeitdruck und damit Stress der Beschäftigten maßgeblich verstärkt, entsteht in den Bereichen Kommunikation, Zusammenarbeit und Informationssuche. Bei den kaum strukturierbaren Prozessen Verschwendung vollständig zu beseitigen, wird nicht gehen. Aber sie mindestens auf einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz zu reduzieren, scheint möglich. Hierfür sind aber vor allem optimale informationstechnische Voraussetzungen zu schaffen. Software spielt dabei eine besondere Rolle. Die teamS GmbH in Hamburg zum Beispiel entwickelt Büro 4.0 Software (https://youtu.be/Om94zmhBe8g). In dieser Software geht es auf Basis eines innovativen Konzepts nicht vorrangig darum, die heutigen Probleme zu mindern, sondern sie gar nicht erst auftreten zu lassen.
Die Motivation der Bürobeschäftigten – siehe auch oben die Ausführungen zum Engagement Index – wirkt sich ebenfalls auf die Effizienz aus. Für Motivation sind wiederum ein gutes soziales Umfeld und die vom Einzelnen wahrgenommene Wertschätzung wichtige Voraussetzungen.

Das Büro 4.0 ist gesund

Heutige Situation:
Ein hoher Prozentsatz der Büro-Beschäftigten klagt in Umfragen über Stress, Lärm und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Als Ursachen werden häufig genannt: E-Mail Flut, hoher Zeitdruck, Überlastung, ständige Unterbrechungen, schlechte Führung, fehlende Wertschätzung und andere Probleme im sozialen Umfeld der Beschäftigten.
Besonders brisant ist die Entwicklung bei psychischen Erkrankungen. Derzeit wird jeder Beschäftigte durchschnittlich zwei Arbeitstage pro Jahr aus psychischen Ursachen krankgeschrieben. Pro Jahr werden 80.000 Beschäftigte (aus allen Tätigkeitsbereichen), Durchschnittsalter 49 Jahre, aufgrund psychischer Ursachen frühverrentet – mit steigender Tendenz.

Büro 4.0:
Laut Definition der WHO von 1948 ist „Gesundheit ein Zustand des völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“
Gesundheit ist zutiefst individuell. Das macht es auch vergleichsweise schwierig, den Erwartungen und Anforderungen möglichst jedes Einzelnen gerecht zu werden. Aber genau darum geht es.
Soweit es ein gesundes physisches Arbeitsumfeld der Beschäftigten betrifft, ist diese Aufgabe angesichts eines hervorragenden Angebots am Markt vergleichsweise einfach. Die tatsächliche Büroraumgestaltung und -ausstattung ist eher eine Frage der Investitionsfähigkeit bzw. –bereitschaft der Unternehmen.
Schwieriger ist es beim psychisch-emotionalen Arbeitsumfeld und dem vom WHO formulierten „Wohlbefinden“. Schon heute haben die Beschäftigten hohe Erwartungen an die Führungskräfte und das soziale Arbeitsumfeld. Zunehmend in den Vordergrund rückt die individuelle psychische Widerstandsfähigkeit, die Resilienz https://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie) Auch wenn einige besser mit Stress, eintöniger Arbeit oder mangelnder Wertschätzung zurechtkommen, ist im Büro 4.0 das Gegenteil angesagt. Um möglichst schon die Ursachen negativer Auswirkungen zu bekämpfen, sind z. B. in der Informationstechnik neue Konzepte gefragt: Weg von den vielen PC-basierten individuellen Apps! – Hin zu Datenbank-basierten, für Teamarbeit und mobiles Arbeiten optimierte Lösungen!

Fazit:
Die aufgezeigten Herausforderungen der zukünftigen Büroarbeitswelt sind Teil der gesamten Herausforderungen einer digitalen Transformation. In den meisten Unternehmen entfällt der weit größere Teil der Personalkosten und auch der Wertschöpfung auf die Büroarbeitsplätze. Je eher sich Ihr Unternehmen den hier skizzierten Herausforderungen des Büros 4.0 stellt und diese bewältigt, umso besser sind Sie gerüstet für den Wettbewerb in unserer zunehmend digitalisierten Welt. Dabei unterstützen wir Sie gern. 

Schauen Sie auch unter www.buero4-0.de
Hier wird das Thema Büro 4.0 nochmal ausführlicher beschrieben.

Ludger Grevenkamp
6. Februar 2018

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Digitalisierung und Werteorientierung

Digitalisierung und Werteorientierung

In Sachen Digitalisierung gelten die USA als das Traumland. Wir kennen Google, Facebook, Apple, Ebay, Amazon, Netflix, Uber, Airbnb usw. und viele von uns nutzen deren Dienste regelmäßig. Die Wallstreet hat die Bedeutung dieser digitalen Pioniere für die weltweiten Märkte in ein Akronym gepackt: FAANG (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google). Der aktuelle Marktwert dieser fünf Tech-Giganten entspricht ungefähr dem Brutto-Inlandsprodukt von ganz Frankreich.

Wer das Buch „Silicon Valley“ von Christopher Keese liest, muss die USA für ihre Innovationskraft und ihren Erfolg in der Digitalisierung bewundern. Gleichzeitig gewinnt er den Eindruck, Europa hat die Digitalisierung großenteils verschlafen und wird kaum den großen Vorsprung der USA wieder aufholen.

Gerade der letztgenannte Punkt ist wohl ein Grund mehr, warum der Digitalisierung bei uns auch viel Gefährliches anhaftet. Sie zerstört Geschäftsmodelle und treibt althergebrachte Unternehmen in den Ruin. Sie macht Menschen arbeitslos, verändert rasend schnell unsere Art zu leben und öffnet Tür und Tor für Cyberkriminalität.

Was uns aber vor allem stört, ist der Dominanz-Anspruch der amerikanischen Tech-Giganten getreu dem „The winner takes it all“. Unter ihrem kompromisslosen Streben nach einem möglichst globalen Marktmonopol leiden die Fairness gegenüber Geschäftspartnern, Kunden und Mitarbeitern sowie der Respekt gegenüber anderen Ländern, deren Lebensart und Regeln.

Das passt nicht zu unserem Weltbild und unseren Werten. Schon allein deshalb können wir die Amerikaner nicht einfach kopieren. Unsere Herausforderung besteht vielmehr darin, der Digitalisierung US-amerikanischer Prägung eine Digitalisierung mit europäischer Denkweise und Werteorientierung entgegen zu setzen. Konkrete Vorschläge, „Wie wir die Digitale Transformation schaffen“, macht u. a. Christopher Keese in seinem neuen Buch „Silicon Germany“.

Ludger Grevenkamp
31. Januar 2018

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