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Digitalisierung. M&A. Unternehmensstrategie.

Autor: Ludger Grevenkamp (Page 1 of 3)

Was ist Digitalisierung? Teil 9

Was ist Digitalisierung? Teil 9

Im Teil 6 dieser Blog-Reihe habe ich ausführlicher über Künstliche Intelligenz und Big Data geschrieben. In den Teilen 3 und 4 ging es immer wieder um die Nutzung der gesammelten Informationen. Was hat das mit der Arbeitswelt zu tun?

Digitale Risiken am Arbeitsplatz

So wie wir im Internet tausendfach digitale Spuren hinterlassen, die von Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon ausgewertet werden, hinterlassen wir auch täglich unzählige digitale Spuren an unserem Arbeitsplatz:

Wer hat mit wem Kontakt? Wer trifft sich mit wem aus welchem Anlass? Wie schnell oder langsam beantwortet jemand welche E-Mails? Wer fragt wen um Rat und Unterstützung? Bei wem sind auffällige Änderungen der Verhaltensweise erkennbar? Und so weiter.

Alle diese digitalen Spuren lassen sich qualifiziert auswerten, wenn man es denn darf oder möchte. Auch wenn diese Daten nur anonymisiert zur Verfügung stehen, lässt sich unter Einbeziehung von soziologischen Kenntnissen und vorhandenen Personendaten eine Fülle detaillierter Erkenntnisse über die Beschäftigten ermitteln und auch namentlich zuordnen. Hin zum „gläsernen Mitarbeiter“. Das wäre ein mächtiges, fast perfektes Überwachungstool à la George Orwell.

Wenn ein Wettbewerber Zugriff auf solche Informationen hätte, wären diese vermutlich genauso wertvoll wie die Ergebnisse klassischer Werksspionage.

Wenn sich eine Firma Cambridge Analytica Zugang zu den Daten von zig Millionen Facebook-Usern verschaffen und daraus Erkenntnisse für den amerikanischen Wahlkampf gewinnen kann, dann ist Vergleichbares auch möglich mit unternehmensinternen Daten. Und die Datenströme und Informationsflüsse zeigen, was wirklich im Unternehmen läuft. Im Unterschied zu dem, was vielleicht laut Organigramm oder offizieller Aufgabenzuordnung laufen sollte.

Der Informatiker Heinz-Peter Höller und der Datenschutzrechtler Peter Wedde haben vor wenigen Monaten für die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung eine Studie (Link zum pdf) mit dem Titel „Die Vermessung der Belegschaft“ erstellt

Dort gehen sie intensiv der Fragestellung nach, welche digitalen Spuren am Arbeitsplatz heute schon erfasst werden und welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden können/könnten. Nach europäischen Richtlinien und deutschem Recht ist in diesem Bereich zwar vieles nicht zulässig, aber die Möglichkeiten existieren.

So stellt Peter Wedde beispielsweise fest: „Anonym gespeicherte Erkenntnisse dürfen nur dann auf vorhandene personenbezogene Daten einzelner Beschäftigter rückbezogen werden, wenn dies für das Beschäftigungsverhältnis erforderlich ist.“

Office 365 von Microsoft

Das mag uns in Sicherheit wiegen. Weitgehend unbekannt, aber äußerst besorgniserregend, sind die Möglichkeiten, die Microsoft heute zur Verfügung stehen. Deshalb nehmen die beiden Autoren der Studie auch vor allem deren Softwarepaket Office 365 unter die Lupe. Denn dort eingegebene und gespeicherte Informationen verlassen nicht nur das jeweilige Unternehmen, sondern auch Deutschland und Europa, hin zu Microsoft nach USA. Bestandteil von Office 365 ist u. a. ein sozialer Graph, der Strukturen, Beziehungen und Informationsflüsse im Unternehmen aufzeigt.

Hunderttausende Unternehmen weltweit setzen diese Software ein. Und so verfügt Microsoft über die wohl größte Datensammlung der Welt darüber, was in diesen Unternehmen wirklich läuft. Noch gibt es keine Hinweise, dass Microsoft diese Daten vermarkten möchte. Aber sie könnten es jederzeit und Interessenten dafür gäbe es genügend.

Fazit

Das, was wir millionenfach bei Facebook sehen und vielleicht beklagen, nämlich dass die User absichtlich und freiwillig fast ihr gesamtes Privatleben offen preisgeben, machen wir in verdeckter Form täglich ungewollt und, ohne es verhindern zu können, in unserer Arbeitswelt. Das mobile Arbeiten per Smartphone oder Tablet ist davon nicht ausgenommen. Auch wenn die Auswertung solcher Daten technisch etwas aufwändiger ist.

Was derzeit in unserer Arbeitswelt bezüglich Datenauswertung erlaubt ist, ist eine Sache. Tatsache ist andererseits, dass unsere unzähligen und vielfältigen digitalen Spuren existieren und genutzt bzw. missbraucht werden können. 

Wie geht es weiter?

Nach inzwischen neun Beiträgen zu dieser Blog-Reihe, plane ich noch einen letzten Teil 10 zum Thema „Arbeitsmarkt“.

Fehlerstrategien

Fehlerstrategien

Der heutige Beitrag setzt fort, was ich in meinem ersten Beitrag zum Thema „Fehlerkultur“ („Fehler machen dürfen“) begonnen habe. Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Sichtweisen bzgl. Fehler und des Umgangs mit ihnen, kurz die verschiedenen Fehlerstrategien.

Fehlerlosigkeit

Bestimmte Fehler dürfen niemals gemacht werden. Einfach, weil ihre Folgen im wahrsten Sinne des Wortes katastrophal und existenzgefährdend sind. In einem Atomkraftwerk darf es keinen kritischen Unfall geben. Ein Flugzeug darf nicht abstürzen. Ein Kreuzfahrtschiff darf nicht sinken. Eine Deutsche Bank darf nicht „aus Versehen“ 28 Milliarden Euro überweisen, ein Betrag größer als ihr Marktwert. Auch wenn dort außer großem Image-Schaden nichts Schlimmeres passiert ist. Die Daten eines Unternehmens dürfen nicht verloren gehen, gestohlen werden oder unbrauchbar sein. Usw.

Jedes Unternehmen, jede Organisation sollte seine/ihre Extremrisiken kennen und entscheiden, wo Fehlerlosigkeit unabdingbar ist. Und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um letztere zu gewährleisten. Viele IT-Anwendungen laufen aus guten Gründen auf fehlertoleranten Systemen. Flugzeuge und Passagierschiffe haben jeweils mehrere Bordcomputer und andere Sicherheitssysteme. In Banken ist ein funktionierendes Risiko-Management unverzichtbar. Schon die Namensgebung des „Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit“ spiegelt die extreme Bedeutung der Sicherheit von Atomkraftwerken und nuklearen Stoffen wider.

Die Strategie der Fehlerlosigkeit bei Extremrisiken liegt eindeutig in der Verantwortung der Unternehmensleitung.

Fehlervermeidung

Die Qualitätssicherung setzt sich schon lange systematisch mit Fehlern in der Fertigung, beim Wareneingang, bei Dienstleistungen und Service auseinander. Spätestens seitdem Japan in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts die westliche Welt mit seinen erfolgreichen Qualitätsmanagement-Methoden „überrascht“ und teilweise „überrollt“ hat, sind auch hierzulande die Unternehmen um maximale Fehlervermeidung bemüht. „Null-Fehler-Programme“ sind keine Seltenheit.

Schon die unmittelbaren Fehlerkosten für Ausschuss, für Nacharbeit in der Produktion sowie – nach Auslieferung des Produktes bzw. nach Erbringen der Dienstleistung – für Reklamationsbearbeitung, Kulanz und Wiedergutmachung können immens hoch sein. Deshalb sind die Qualitätsverantwortlichen bemüht, eventuelle doch auftretende Fehler möglichst frühzeitig zu entdecken. Am besten, bevor ein Unternehmens-Externer diese bemerkt. 

„Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.“ Sir Winston Churchill

Wenn der Umgang mit Nicht-Qualität dann noch aus Kundensicht unprofessionell verläuft, bedeutet das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur den Verlust dieses Kunden, sondern auch geringere Umsätze mit potenziellen anderen Kunden. Denn enttäuschte Kunden erzählen dies besonders gern weiter und/oder schildern ihre Erfahrungen auch noch in entsprechenden Bewertungsportalen im Internet.

Aus Kundensicht hat sich die Erwartungshaltung bzgl. Qualität in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Sie gilt kaum noch als Unterscheidungsmerkmal zwischen den Unternehmen und ihren Produkten. Qualität ist eigentlich selbstverständlich. Nicht-Qualität können sich ein Unternehmen oder eine Marke schon allein aus Image-Gründen nicht leisten.

Qualitätsmanager, Fertigungsleiter, Service-Mitarbeiter und Verantwortliche in ähnlichen Funktionen verfolgen deshalb die Strategie der Fehlervermeidung.

Fehlerfreundlichkeit

Die Produktentwicklung oder Innovation betrachtet Fehler anders. Auch dort wird natürlich als Ergebnis ein Produkt angestrebt, das sich möglichst fehlerfrei produzieren und gemäß den Kundenerwartungen einwandfrei nutzen lässt.

Gleichzeitig soll ein neues Produkt auch innovativ sein. Etwas Neues bieten. Das geht üblicherweise nicht ohne „trial and error“, ohne Ausprobieren und Versuchen – mit den zugehörigen Fehlern, Fehlschlägen und Irrwegen. In dem Misslungenen stecken aber auch wichtige Erkenntnisse und Chancen. Die Entwickler wissen nämlich jetzt, dass etwas so nicht funktioniert, und – was vermutlich noch wichtiger ist – sie finden auch heraus, warum. So entstehen Anregungen für Produktverbesserungen und andere neue Ideen, die wiederum zu neuen Erkenntnissen für den weiteren Entwicklungsprozess verhelfen. Entsprechend aufgeschlossen oder gar positiv sieht man in der Entwicklung aufgetretene Fehler.

„Irrwege müssen begangen werden, um sich als Irrwege zu erweisen.“ Paul Watzlawik

Sinngemäß gilt das Gleiche für neu konzipierte Dienstleistungen oder Abläufe in der Geschäftsbeziehung mit Kunden und auch bzgl. der Abläufe mit den „organisationsinternen Kunden“.

Die Digital-Unternehmen in Kalifornien und anderen US-Staaten und deren Investoren sind besonders bekannt für ihre Risikokultur und ihre Bereitschaft, etwas Innovatives zu probieren. Viele von ihnen scheitern oder sind nur mäßig erfolgreich. Einige aber haben Riesenerfolg, bis hin zur weltweiten Marktführerschaft.

Diese Einstellung zu Fehlern ist auch wesentlicher Bestandteil einer agilen Unternehmensorganisation. Hier geht Effektivität vor Perfektionismus. Wichtig ist z. B. schnellstmöglich Rückmeldungen von internen und externen Kunden zu bekommen und einen Prototyp zu haben, der ahnen lässt, wie das Endprodukt aussehen könnte.

Viele Produkte oder neue Stoffe sind ursächlich auf Fehler oder zumindest Zufälle zurückzuführen. Das Penicillin habe ich in meinem Beitrag „Fehler machen dürfen“ bereits erwähnt. Teflon, Post-it-Zettel oder Vulkanisierung von Gummi-Reifen sind weitere Beispiele hierfür.

Innovationsmanager, viele Startups und Führungskräfte in agilen Organisationen verfolgen die Strategie der Fehlerfreundlichkeit.

Fehleroffenheit

Lernende Organisationen, Schulen, Universitäten sowie andere Aus- und Fortbildungseinrichtungen stehen Fehlern besonders positiv gegenüber. Für sie sind Fehler eine wichtige Quelle des Lernens. Fehler, die gemacht wurden und die Analyse, worin die Fehler bestehen bzw. wie es zu den Fehlern kam, erweitern das Wissen und die Kompetenzen der Lernenden. Anschließend bzw. später profitiert das gesamte Unternehmen von diesen erworbenen Kenntnissen und Erfahrungen. 

Das ist gleichzeitig das Grundprinzip, nach dem unsere Kinder vor allem lernen. Eine Herdplatte oder ein Topf können heiß sein. Ist beim Schließen einer Tür noch ein Finger dazwischen, kann das sehr wehtun. In der Schule und auch in der weiteren Ausbildung danach werden Fehler üblicherweise besonders kenntlich gemacht. Nicht immer mit positiven Auswirkungen. Im Idealfall aber merken die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen sich, was falsch war, und versuchen, diesen Fehler nicht erneut zu machen. Der Volksmund sagt hierzu etwas lapidar, aber richtig: „Aus Fehlern wird man klug.“

Eine ironisch überspitzte Formulierung lautet: „Nichts ist unnütz; es kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen.“ Damit sind wir bei einem besonders wichtigen Aspekt in einer Lernenden Organisation: die gelebte positive Einstellung gegenüber Fehlern. Die Lernenden dürfen keine Angst haben, Fehler zu machen oder deswegen ihr Gesicht zu verlieren. Das, was in vielen deutschen Klassenzimmern noch an der Tagesordnung ist, torpediert leider die Ziele einer Lernenden Organisation regelrecht. 

(Gute) Lernende Organisationen verfolgen die Strategie der Fehleroffenheit

Wie geht es weiter?

Mit der produktiven Fehlerkultur und der Integration verschiedener Fehlerstrategien in einer Organisation werde ich mich demnächst näher beschäftigen. 

Ludger Grevenkamp
22. Juni 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 8

Was ist Digitalisierung? – Teil 8

Digitalisierung macht vor der Arbeitswelt nicht halt. Auch bezüglich der Arbeit gilt der Ausspruch von Carly Fiorina „Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“.

Clickworking

Vieles, was nicht im eigenen Unternehmen gemacht werden muss oder kann, lässt sich inzwischen outsourcen und durch Clickworking, der digitalen und globalen Version selbständiger Heimarbeit, erledigen.

Clickworker, auch Crowdworker oder Microjobber genannt, sind Selbständige, die in der Regel über ein Crowdsourcing-Portal ihre Fähigkeiten anbieten und entsprechende Arbeitsaufträge erledigen. Derzeit häufig nebenberuflich. In wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern, wie Philippinen oder Indien, ist Clickworking aber nicht selten die einzige Einnahmequelle der Betreffenden, wenn nicht gar ganzer Familien.

Das Spektrum möglicher Arbeitsaufträge ist groß: Produktion von Texten, Übersetzungen, Webseiten-Management, Programmierung und andere IT-Aufgaben, Design und Gestaltung (z. B.: DesignCrowd.com), Präsentationen, Technische Dokumentationen, Customer Support und Hotline, Video-Animation, Marktforschung und Umfragen, kurzum fast alle Arten digitalisierbarer Dienstleistungen.

Die Crowdsourcing-Unternehmen sorgen für Aufträge, kümmern sich um Qualität und das Finanzielle. Aber sie kontrollieren auch die Arbeitsbedingungen und entscheiden, wer für sie arbeiten darf. In Verbindung mit dem Plattform-Konzept (siehe Teil 4 dieser Blog-Reihe) ist dies vermutlich keine angenehme Vorstellung.

Auch das „Transportunternehmen“ Uber (und nicht „Fahrdienst“, wie der Europäische Gerichtshof entschieden hat) gehört für mich zu dieser neuen Arbeitswelt. So wie auch Lyft, eine Online-Mitfahrzentrale, die sich vor allem an Privatleute wendet.

Die Kritik an dieser Entwicklung ist verständlicherweise groß. Für „digitale Tagelöhner“ gibt es kaum Regeln. Arbeitsschutz, Absicherung gegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit, Mindestlohn – Fehlanzeige. Auch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sorgt sich um die digitalen Arbeitsmärkte, hat aber bis dato keine brauchbaren Konzepte, wie mit einem möglicherweise unterbezahlten Clickworker in Vietnam oder Kolumbien umgegangen werden sollte. Aber für die Unternehmen, und durchaus auch für Privatleute, kann Clickworking eine preislich sehr interessante Alternative darstellen.

Natürlich benötigt ein Unternehmen auch weiterhin einen Stamm von festangestellten Mitarbeitern, die loyal zum Unternehmen stehen und die sich auch zumindest zeitweise direkt austauschen. Manche Aufgaben können sinnvoll nur vor Ort erledigt werden. Aber die Digitalisierung schafft neue und preiswerte Outsourcing-Möglichkeiten, die den festen Mitarbeiterstamm verringern werden.

Freie Mitarbeit

Freie Mitarbeiter, auch als Freelancer oder Honorarkräfte bezeichnet, sind in diesem Zusammenhang ebenfalls näher zu betrachten. Vor allem in der Informationstechnik (IT) hat die freie Mitarbeit bei uns in den vergangenen Jahren extrem zugenommen. Zum einen besteht in Deutschland ein besonders großer Mangel an IT-Fachkräften, zum anderen sind viele IT-Projekte aufgrund ihrer zeitlichen Begrenzung und der spezifisch benötigten technischen Kompetenz geradezu prädestiniert für den Einsatz freier Mitarbeiter.

Auch außerhalb des IT-Umfelds sind viele, vor allem jüngere, Arbeitnehmer für projektbasierte Arbeitsverhältnisse aufgeschlossen und betrachten sie als interessante Alternative. Viele deutsche Fachkräfte bieten inzwischen ihre Kompetenzen und ihre Mitarbeit zusätzlich international und/oder über Crowdsourcing-Portale an.

Die Trennlinie zwischen Freelancing und Clickworking ist dementsprechend fließend. Noch geben nicht selten bestehende Geschäftsbeziehungen, gute deutsche Sprachkenntnisse oder die geographische Nähe den Ausschlag, einen freien Mitarbeiter aus Deutschland zu engagieren. Das Internet verschärft aber bei zahlreichen Tätigkeiten den globalen Wettbewerb. So mancher Freelancer dürfte auch heute schon, ohne dass er es vielleicht weiß, einen Auftrag an einen internationalen Clickworker verloren haben.

Rückgang unbefristeter Arbeitsverhältnisse und der Arbeitskräfte allgemein

Der Anteil unbefristeter Arbeitsverhältnisse wird weiter abnehmen und damit auch die Häufigkeit „geradliniger beruflicher Lebensläufe“. Entsprechende Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme in Deutschland werden nicht ausbleiben.

Das gilt auch für die Veränderungen, die sich aus der demografischen Entwicklung in Deutschland ergeben.

Die Anzahl der heute über 40 Millionen Erwerbspersonen wird sich laut IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) in Nürnberg bis zum Jahr 2050 um über ein Drittel verringern auf dann 27 Millionen. Aber darauf werde ich im Rahmen dieser Blog-Reihe nochmal zurückkommen.

Wie geht es weiter?

Im nächsten Beitrag zu „Was ist Digitalisierung?“ beschäftige ich mich mit den „digitalen Spuren“ in der Arbeitswelt …

Ludger Grevenkamp
12. Juni 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 7

Was ist Digitalisierung? Teil 7

Das schnelle Wachstum der digitalen Technologien geht weiter:
3D-Druck, Virtual Reality / Augmented Reality (VR/AR)

Im Teil 6 dieser Blog-Serie habe ich über Künstliche Intelligenz und Big Data geschrieben. Mit zwei weiteren noch vergleichsweise jungen digitalen Technologien beschäftige ich mich diesmal …

3D-Druck

Unter 3D-Druck, auch als Additive Fertigung bezeichnet, versteht man Herstellungsverfahren, bei denen dreidimensionale Werkstücke Schicht für Schicht aus festem oder flüssigem Material erzeugt werden. In der Regel direkt aus einem CAD-System heraus (CAD = Computer Aided Engineering).

Für viele Werkstoffe gibt es inzwischen 3D-Druckverfahren: Kunststoffe, Metalle, Kunstharze, Carbon, Graphit und inzwischen auch Keramik. Entsprechend umfangreich ist die Bandbreite der eingesetzten Technologien, z. B.: diverse Schmelzschichtverfahren, Selektives Laserschmelzen (SLM = siehe SLM Solutions AG in Lübeck), Stereolithographie oder auch das von HP entwickelte Multi Jet Fusion (MJF) usw.

Es ist absehbar, dass sich damit die Entwicklung von Produkten, deren Fertigungsmethoden, deren Logistik und Service extrem verändern werden. Kommt 3D-Druck zum Einsatz, werden eine ganze Reihe „konventioneller“ Fertigungs- und Logistikprozesse überflüssig.

So sind beim Kunststoff-Spritzguss oder beim Gießen aus Metall Formen nicht mehr erforderlich. Der Formenbau entfällt komplett und natürlich müssen auch keine Formen mehr gewechselt werden, wenn ein anderes Werkstück auf derselben Anlage gefertigt werden soll.

Zwar muss auch bei 3D-gedruckten Gegenständen gegebenenfalls nachbearbeitet werden, aber typische Material abtragende Verfahren wie z. B. Bohren, Drehen, Schneiden oder Fräsen werden durch den Aufbau des Werkstücks Schicht um Schicht ersetzt.

3D-Druck ermöglicht extrem komplexe Designs und Geometrien. Er reduziert gegebenenfalls mehrteilige Baugruppen auf ein einziges Werkstück und erspart damit die Montage und möglicherweise Material. Auf derselben Anlage können verschiedene Produkte in beliebiger Reihenfolge produziert werden. Losgröße 1 ist für 3D-Druck keine Herausforderung.

Ersatzteile im Reparaturfall oder Einzelstücke können zukünftig auch direkt vor Ort aus den entsprechenden CAD-Daten „gedruckt“ werden und vereinfachen damit die andernfalls erforderliche Logistik radikal. Teilweise ist dieser Prozess vergleichbar zum Download von elektronischen Dokumenten und deren dezentraler Ausdruck vor Ort.

Bei Automobil- und Maschinenbau, Architektur, Kunst und Design oder Modellbau spielen mit 3D-Druck erzeugte Prototypen heute schon eine wichtige Rolle. Für kundenspezifische Produkt-Anpassungen bietet der 3D-Druck beste Voraussetzungen. Die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie das Gesundheitswesen setzen mit ihren kleinen Losgrößen 3D-Druck serienmäßig ein. Seitdem auch Keramik-Druck möglich ist, dürfte unser keramischer Zahnersatz zunehmend auf diese Weise gefertigt werden.  

Der 3D-Druck ist noch jung, aber wächst stark. In 2016 betrug der weltweite mit 3D Druck Anlagen erzielte Umsatz etwa 1 Milliarde Euro. Größter Anbieter war das Unternehmen Stratasys (USA) mit ca. 34 % Marktanteil, gefolgt von EOS GmbH (D) mit ca. 17 %, 3D Systems (USA) mit 11 %, SLM Solutions (D) mit 6 % und die von General Electric (GE) übernommene ConceptLaser (D) mit 5 %.

Virtual Reality / Augmented Reality (VR/AR)

Virtual Reality und Augmented Reality (VR/AR) sind digitale Technologien, die bzgl. ihrer zukünftigen Bedeutung etwas schwieriger einzuschätzen sind.

Virtual Reality (VR) meint die vom Computer in Echtzeit nachgebildete (= virtuelle) reale Umgebung (= Realität) und deren Wahrnehmung (heute) durch eine spezielle „VR-Brille“ (Head Mounted Display).

VR ist einerseits ein Wachstumstreiber in der Unterhaltungselektronik. Aus dem Gaming-Bereich ist VR kaum noch wegzudenken. Andererseits gibt es auch in der Unternehmenswelt immer mehr Anwendungen für Virtual Reality, z. B. Flugsimulatoren in der Luftfahrtindustrie, CAD-Anwendungen in der Automobilindustrie oder Nachbildungen von Operationssälen für medizinische Ausbildung.

Klar scheint zu sein, dass VR auch im Social Media Bereich eine wichtige Rolle spielen wird. Es war sicherlich kein Versehen, dass Facebook-Chef Zuckerberg sich 2014 das junge VR-Unternehmen Oculus Rift, das erst 2012 den Prototypen eines Head-Mounted-Displays vorgestellt hat, für 2 Milliarden Dollar gesichert hat.

Samsung investiert massiv in preiswerte und damit massentaugliche VR in Verbindung mit Smartphone-Technik. Google möchte mit seiner Plattform „Daydream“ der unangefochtene Marktführer in mobiler VR werden.

In Deutschland gilt die Stadt Hamburg mit seiner nextReality-Hamburg Initiative und zahlreichen jungen VR-Unternehmen als einer der Hot Spots dieser Technologie.

2016 betrug der weltweite Umsatz mit VR 2,5 Milliarden US Dollar. Bis 2021, also innerhalb von fünf Jahren, soll er sich verzehnfachen auf über 25 Mrd. $.

Auch für Augmented Reality (AR), die computergestützte erweiterte Realitätswahrnehmung, auch „Mixed Reality“ genannt, gibt es zahlreiche Ideen für zukünftige Anwendungen. Hierbei geht es immer wieder darum, mit Hilfe virtueller Informationen besser mit der realen Umwelt zu interagieren. Sensorik, maschinelles Sehen und Bildverarbeitung unterstützen dabei, Informationen über den Raum und die Bewegungen zu erhalten. Google versucht auch hier, einen AR-Standard zu setzen – mit seiner Plattform „Tango“.

Eine einfache AR-Anwendung ist/war zum Beispiel das Pokémon-GO Spiel von Nintendo mit seinem Mix aus realer und virtueller Welt. Heutige Businessanwendungen finden sich u. a. in der Einrichtungsplanung, in Instandhaltung, Reparatur & Service sowie Ausbildung & Training.

Eine 2015 erstellte Studie der Deutschen Bank prognostiziert bis 2020 einen weltweiten AR-Markt in Höhe von 7,5 Milliarden Euro – im Vergleich zu 500 Mio. Euro in 2015. Die amerikanische IDC (International Data Corporation) geht demgegenüber von etwa 50 Milliarden Dollar Umsatz in 2021 aus, und das nur für AR-Hardware ohne Dienstleistungen.

Wie geht es mit dieser Blog-Reihe weiter?

In den nächsten Beiträgen zu dieser Blog-Reihe werde ich mich intensiver mit der Digitalisierung des Arbeitsmarktes und den unmittelbaren Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt beschäftigen.

Ludger Grevenkamp
6. Juni 2018

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Fehler machen dürfen

Fehler machen dürfen

Bereits in meinem Blog „Betroffene zu Beteiligten machen“ habe ich die Plakate erwähnt, die bei Hewlett Packard (HP) in Böblingen in den 70er und 80er Jahren an verschiedenen Stellen im Unternehmen aufgehängt waren. Ein weiterer Leitsatz auf diesen Plakaten war „Fehler machen dürfen“

In einer „Mitarbeiterinformation“ wurde dem damaligen Vorsitzenden der Geschäftsführung von Hewlett Packard in Deutschland die Frage gestellt, was das denn genau hieße. Seine Antwort war sinngemäß: „Ja. Man darf Fehler machen. Aber natürlich nicht mehrfach dieselben.“

Er ergänzte dann noch, er selbst habe auch schon viele Fehler gemacht, darunter auch teure Fehler. Aber er habe noch viel viel mehr richtig gemacht. Und er gehe davon aus, dass seine Chefs das wüssten.

Für deutsche Unternehmen war damals diese Einstellung zu Fehlern ungewöhnlich und befremdlich, um nicht zu sagen „exotisch“. Immer wieder blieben Besucher bei Hewlett Packard vor den Plakaten stehen und stellten dementsprechende Fragen.

Heute können wir Aussagen wie „Man darf Fehler machen“ in den meisten Unternehmen hören.

Fehler

Fehler spielen in unserem Leben eine große Rolle. Kleine Kinder lernen durch Nachahmung und aus Fehlern. Unser Sprichwort „Irren ist menschlich.“ ist schon ziemlich alt. Es stammt von Seneca, einem römischen Schriftsteller und Philosoph, der im 1. Jahrhundert n. Chr. gewirkt hat.

Dr. Savielly Tartakower, ein russischer Schach-Großmeister (1887 – 1956), sagte über Fehler einmal: „Die Fehler sind alle da, sie müssen nur noch gemacht werden.

Aber was sind eigentlich Fehler?

Die Wörter „Fehler“, „fehl“ oder „falsch“ gehen auf das lateinische „fallere“ für „täuschen/betrügen“ zurück.

Wir sagen bei einem Fehler spontan z. B. „Das hätte nicht passieren dürfen.“ und entschuldigen uns oder erklären den Fehler mit: „Das war keine Absicht.“ – „Hab ich nicht dran gedacht.

Ein Fehler ist eine Abweichung von dem, was als richtig, notwendig oder erstrebenswert erachtet wird.

Hinter dieser knappen Definition verbirgt sich eine immense Vielfalt von Fehlern:  Qualitätsmängel, Bedienfehler, mangelnde Aufmerksamkeit, Verletzen gültiger Regeln, ungeschicktes Verhalten, Hörfehler, falsche Einschätzung, Missverständnis, Rechenfehler, Vorurteil, Ungenauigkeit, Gesetzeslücke usw.

Diese Aufzählung könnten wir noch eine Weile fortsetzen, denn „Eigentlich gibt es nur wenige Möglichkeiten, etwas richtig zu machen.“

Viele Fehler sind unbeabsichtigt, andere sind vorhersehbar und einkalkuliert wie z. B. Messfehler oder Statistikfehler. Manchmal sind Fehler sogar ein Glücksfall, wie z. B. die Entdeckung des Penicillins.

Fehlerkultur

Den Begriff „Fehlerkultur“ gibt es noch nicht lange. Darunter versteht man, wie mit

  • Fehlern selbst
  • dem Risiko, dass Fehler auftreten, und
  • den Folgen eingetretener Fehler

umgegangen wird.

Als Fachbegriff taucht die Fehlerkultur erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Das Atomreaktorunglück (Three Mile Island) 1979 bei Harrisburg, USA, gilt vielen als die Geburtsstunde der wissenschaftlichen Fehlerforschung.

Die Finanzkrise 2008/2009 hat der Beschäftigung mit Fehlerkultur weiteren großen Schub verliehen. Das kollektive Auftreten falscher Prinzipien und einseitiger Ausbildung sowie extremer materieller Anreize und gemeinschaftlicher Fehleinschätzungen hat zu einer Häufung und Verkettung falscher Finanzentscheidungen geführt.

Spätestens seitdem ist die Diskussion über Fehler und Fehlerkultur in vielen Unternehmen angekommen. Insbesondere auch zunehmend die Erkenntnis, dass Fehler bei weitem nicht immer nur das Versagen eines Einzelnen bedeuten, sondern meistens auf Fehlerverkettungen zurückzuführen sind.

Die Fehlerkultur, konkreter: die gelebte Fehlerkultur, beeinflusst nicht nur in erheblichem Maße den Unternehmenserfolg. Sie sagt auch sehr viel über ein Unternehmen und seine Unternehmenskultur aus.

Oder anders herum:
Wer die Unternehmenskultur ändern möchte, hat mit der Fehlerkultur ein mächtiges Werkzeug. 

Dies unterstreicht die Österreicherin, Elke M. Schüttelkopf, die sich selbst als Fehlerkulturspezialistin bezeichnet, mit ihrem Drei-Säulen-Modell:

  1. Normen und Werte: Welchen Stellenwert hat die Fehlerkultur im Unternehmen und wie wird sie von den Beschäftigten gelebt?
  2. Kompetenzen: Über welche mentalen, emotionalen, sozialen und methodischen Fähigkeiten verfügen die Beschäftigten diesbezüglich?
  3. Instrumentarien: Welches Handwerkszeug stellt das Unternehmen den Beschäftigten für den Umgang mit Fehlern, den Fehlerrisiken und Fehlerfolgen zur Verfügung?

Wenn die Antworten auf alle drei Fragen positiv ausfallen, sprechen wir von produktiver Fehlerkultur als der Grundlage von mehr Unternehmenserfolg.

Die Fehlerkultur wirkt in viele Bereiche direkt oder indirekt hinein: Zeitgemäße Führung, Personal- und Führungskräfteentwicklung, Kommunikation und Zusammenarbeit, effiziente Unternehmensorganisation etc.

Die Fehlerkultur ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. 

Ludger Grevenkamp
28. Mai 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 6

Was ist Digitalisierung? Teil 6

Das rasante Wachstum der digitalen Technologien geht weiter. Heute herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass vor allem vier digitale Technologien unsere Welt weiter mit Macht digitalisieren werden:

  • Künstliche Intelligenz
  • Big Data
  • 3D-Druck
  • Virtual Reality / Augmented Reality (VR/AR)

Die ersten beiden Technologien sind Thema des heutigen Beitrags. Mit 3D-Druck und VR/AR beschäftige ich mich das nächste Mal.

Künstliche Intelligenz

Aus den Anfängen der „Artificial Intelligence (AI)“ Mitte des letzten Jahrhunderts hat sich die Künstliche Intelligenz (KI) zu einem Kernbereich der digitalen Technologien entwickelt. KI hat zum Ziel, das intelligente Verhalten von Menschen so zu automatisieren, dass ein Computer nicht nur menschliche- Fähigkeiten kopieren, sondern eigenständig lernen und Probleme lösen kann und eines Tages möglicherweise sogar kreativ ist.

Seit vielen Jahren schon wird Künstliche Intelligenz in immer mehr Bereichen eingesetzt – von uns häufig unbemerkt. Neben Automatisierung und Robotik sind das Anwendungen in zahlreichen Lebensbereichen: Online-Shopping, Videoanalysen zur Sicherheitsüberwachung, Social Media Plattformen, Suchmaschinen, Selbstfahrende Autos, Gesundheitswesen. Bis hin zum Personalwesen mit softwaregesteuerten Bewerbergesprächen und deren Analyse.

Aber KI ist nicht gleich KI. Heute am meisten angewendet wird eine schwache Form von KI, das Übertragen menschlicher Fähigkeiten auf Maschinen. Kann die Maschine lernen, spricht man von Machine Learning (ML). Das wohl wichtigste Teilgebiet des Machine Learning ist Deep Learning. Hierfür liefert die Neuroinformatik die wissenschaftlichen Grundlagen. Letztere beschäftigt sich damit, wie Informationen im menschlichen Gehirn verarbeitet werden. Diese Erkenntnisse werden auf das ML-System übertragen und ermöglichen so, die Funktionsweise unseres Gehirns abzubilden. Deep Learning Systeme bearbeiten Probleme schichtweise. Sie lernen selbstständig Strukturen und können sich selbst verbessern.

Diese Eigenschaften bedeuten einen Paradigmenwechsel. Steht bei fast allen digitalen Techniken das Softwareprogramm, also Quellcode bzw. Algorithmen, im Vordergrund, sind es bei Deep Learning vor allem die Daten, mit denen das System „eingelernt“ und „trainiert“ wird. Je nachdem, welche Trainingsdaten ausgewählt werden, wird das System entsprechend beeinflusst bzw. ausgerichtet. Ein Stück weit kann man diesen Prozess mit dem Lernen und Erziehen eines jungen Menschen vergleichen.

Maschinen mit sozialer und emotionaler Intelligenz, die sich wie Menschen verhalten und diesen auch äußerlich ähneln, sind derzeit noch Science-Fiction Filmen vorbehalten. Aber die Künstliche Intelligenz entwickelt sich mit Riesenschritten weiter. „Arnold Schwarzenegger und die Androiden lassen grüßen“.

Wenn es in den Medien um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz geht, fallen vor allem US-amerikanische Namen wie Google, Amazon und Facebook. Allesamt Unternehmen, die unzählige Mengen an Daten sammeln und deren wahren Wert z. B. auch für Deep Learning-Anwendungen zu schätzen wissen. Microsoft kooperiert im Bereich KI seit kurzem mit Alibaba in China. Intel hat 2017 den israelischen Spezialisten für Kamera- und Fahrerassistenzsysteme, Mobileye, übernommen. Firmen wie der Grafik-Chipanbieter Nvidia oder der E-Mobil Hersteller Tesla sind ebenfalls besonders aktiv im Bereich Künstlicher Intelligenz.

Aber auch der Musikstreamingdienst Spotify war letztes Jahr in den Medien mit dem Kauf des französischen KI-Startups Niland. Spotify nennt als Hauptziel für diesen Erwerb die stärkere Personalisierung ihres Musikangebots. Nicht zuletzt, um sich von Apple Music stärker abzusetzen.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet haben sich andererseits deutsche Forschungseinrichtungen in den vergangenen 40 Jahren bei KI einen weltweiten Spitzenplatz erarbeitet. Allein aus dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) heraus wurden 80 Unternehmen mit heute fast 4.000 Mitarbeitern gegründet.

Der jährliche weltweite Umsatz mit Künstlicher Intelligenz wird derzeit auf etwa 1 Milliarde Dollar geschätzt, aber mit einem prognostizierten Wachstum von über 50 % pro Jahr. D. h.: 2025 sprechen wir von über 30 Mrd. Dollar KI-Umsatz weltweit. Damit ist unschwer vorherzusagen, dass mit der Künstlichen Intelligenz in Verbindung mit Big Data eine weitere digitale Welle oder sogar Revolution auf uns zukommt.

Big Data

Bereits 1941 wurde das exponentiell steigende Datenvolumen als „information explosion“ bezeichnet. Hat die Verdopplung unseres Wissens vor 10 Jahren noch 5 -7 Jahre gedauert, sind es heute nur noch zwei Jahre. Jeder Mensch erzeugt heute täglich etwa 700 MB an Daten, bis 2020 wird sich dieser Wert mehr als verdoppeln. Google benötigt pro Tag eine zusätzliche Speicherkapazität von 1.000 Terabyte, Facebook sogar zusätzlich 4.000 Terabyte pro Tag.

Mit der elektronischen Datenspeicherung haben sich auch die Technologien für die Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen rasant weiter entwickelt. Ende des letzten Jahrhunderts entstand das Data Warehouse Konzept, das Unternehmen eine umfassende Sicht auf alle für die Unternehmensführung relevanten Datenbestände ermöglicht. Data Mining und Online Analytical Processing sind Technologien, mit denen sich aus solchen großen Datenbeständen, die sich nicht extrem schnell ändern, gewünschte Informationen und wichtige Erkenntnisse gewinnen lassen.

Im Unterschied dazu steht Big Data für die Echtzeit-Auswertung von komplexen und sich schnell ändernden Massendaten. Big Data kommt heute in ähnlichen Bereichen zur Anwendung wie die Künstliche Intelligenz bzw. ist sogar die Voraussetzung für KI-Anwendungen, also Suchmaschinen, Social Media, Überwachungssysteme, Marktforschung, Predictive Maintenance, Smart Farming usw.

Eine zentrale Rolle spielt Big Data auch beim autonomen Fahren, denn dort müssen in Bruchteilen von Sekunden unzählige Datenmengen so verarbeitet werden, dass das Fahrzeug richtig reagiert. Schneller, als es jeder noch so gute Autofahrer je könnte.

Um eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Datenvolumina in solchen Anwendungen entstehen und verarbeitet werden müssen, zwei Beispiele:

  • Die in den Tragflächen eines Airbus 350 befindlichen 6.000 Sensoren liefern pro Tag 2.500 Gigabyte Daten.
  • Im Verhältnis fast genauso viele Daten erzeugen die in einem selbstfahrenden Auto erforderlichen Sensoren: 1 GB pro Minute.

Deutschland nimmt nach der Studie „Data & Analytics Trends 2017“ von Teradata, USAeinen weltweiten Spitzenplatz ein beim Einsatz von Big Data, Analytics, digitale Transformation und Data Warehousing.

Im nächsten Beitrag dieser Blog-Reihe folgen 3D-Druck und Virtual Reality / Augmented Reality. Danach plane ich einen Blog „Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt“.

Ludger Grevenkamp
15. Mai 2018

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Ziele sind unverzichtbar!

Ziele machen keinen Sinn mehr?

Vor kurzem meldete sich in einer Informationsveranstaltung beim Thema „Unternehmensziele“ ein etwa 30-jähriger Teilnehmer mit diesem Redebeitrag zu Wort:

„Ziele machen heutzutage ja keinen Sinn mehr. Es ändert sich alles so schnell, dass schon nach kurzer Zeit das Ziel nicht mehr passt.“

In diversen Unterhaltungen mit jüngeren Gesprächspartnern habe ich feststellen können, dass auch andere Jüngere das ähnlich zu sehen scheinen, wobei sie im Gespräch nicht groß zwischen Unternehmenszielen und persönlichen Zielen unterschieden haben. Nach ihrer Meinung haftet Zielen etwas Altmodisches, Verstaubtes an. Sie möchten keine „Effizienz-Monster“ werden. Es fallen Aussagen wie: „Ich will mich nicht einengen.“ „Das Leben kommt, wie es kommt.“ „Ich will frei entscheiden, was ich machen möchte.“ Selbst das Attribut „freiheitsberaubend“ wird in diesem Zusammenhang benutzt.

Spontan fällt mir dazu der Spruch ein: „Wer nicht weiß, wo er hin will, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt.“

Es gibt durchaus eine Reihe von Situationen, in denen man nicht schon vorher weiß / nicht wissen möchte, wo man hinwill. So kann es wunderschön sein, ohne bestimmtes Ziel durch eine fremde Stadt zu streifen oder am Urlaubsort die Gegend zu erkunden oder ohne konkrete Kaufabsicht zu shoppen. Ein bestimmtes Ziel würden wir in den genannten Fällen wohl als Einschränkung oder Beeinträchtigung empfinden. Zumindest wäre das Erlebnis dann nicht mehr dasselbe.

Wer schlendert nicht mal gern einfach so über eine Messe oder surft ohne bestimmtes Ziel durchs Internet? Das Wort „Browser“ von „to browse“ meint ja genau das, nämlich „sich umsehen, stöbern“. Genau das ist auch mit dem schönen Fremdwort „Serendipität“ gemeint, das auf ein persisches Märchen zurückgeht. In seinem Gedicht „Das Hilfsbuch“ hat Eugen Roth diese „stöbernde Suche“ in amüsante Reime gefasst.

Mal etwas ausprobieren, um zu schauen, ob es einen in die richtige Richtung, zu interessanten Informationen oder Orten führt – Ist das wirklich ziellos oder nur eine andere Art, um zum gewünschten Ziel zu gelangen? Zumal man das ja nicht endlos macht.

Es unterscheidet sich zumindest deutlich von dem, was wir mit „nur reagieren statt agieren“ meinen, oder gar mit „ziellos umherirren“.

Ein Bekannter und Coach berichtet von Klienten, die voller Selbstmitleid ihre Probleme schildern und dabei in ihrer schlechten Situation geradezu „baden“. Über die Fragen des Coachs, was für eine Situation sie denn gern hätten, gehen sie einfach hinweg und erklären erneut, was sie an der derzeitigen Situation nicht gut finden.

Kann jemand, der sich so auf das fokussiert, was er nicht will, für sich eine positive Richtung einschlagen?

Wird ein Golfspieler, der sich beim Abschlagen voll darauf konzentriert, den Ball nicht in das Gebüsch oder den Teich zu schlagen, einen guten Schlag machen?

Wohl jeder Trainer würde hier anmerken, wie wichtig es ist, das Ziel im Auge zu haben.

Das Gleiche hat auch der Coach seinen Klienten zu vermitteln versucht, indem er immer wieder gefragt hat, welche Situation sie denn gern hätten.

Warum, wann und für wen sind Ziele wichtig?

© harishmarnad – Fotolia.com

Jeder Einzelne entscheidet letzten Endes selbst, wie viel Zielorientierung und Zielfokus er möchte. Wenn aber z. B. jemand seinen (Arbeits-)Tag effizient gestalten möchte, um möglichst viel abzuarbeiten, sind Ziele, Prioritäten und klare Strukturierung der zu erledigenden Aufgaben eindeutig hilfreich. Wenn jemand seine derzeitige beklagenswerte Situation ändern möchte, ist das gezielte Streben nach einer anderen wünschenswerteren Situation sicher förderlich.

Für Unternehmen mit Mitarbeitern sind Ziele meines Erachtens unverzichtbar. Kann eine Firma, die nur reagiert, optimal erfolgreich sein? Wohl nicht, wobei Ausnahmen auch hier die Regel bestätigen dürften.
Selbst wenn Unternehmensziele nicht explizit formuliert werden, dokumentieren sie sich in getroffenen Entscheidungen oder gegebenenfalls in Unterlassungen, die ja auch Entscheidungen darstellen. Sind Ziele für die Mitarbeiter nicht klar erkennbar, handeln sie nach ihren eigenen Vorstellungen und Zielen – mit entsprechender Rückwirkung auf das Unternehmen.

Was spricht für Ziele

  • Unsere Zeit und unsere Energie sind begrenzt. Mit einer klaren Richtung, mit einem Ziel, konzentrieren wir die Ressourcen und vergeuden weniger Zeit und Energie für Um- und Irrwege. Das Unternehmen und seine Mitarbeiter werden produktiver.
  • Ziele bringen Klarheit – Marketing ist „die Kunst, etwas mit wenig Worten zu sagen“. Etwas Ähnliches gilt auch für Ziele. Sie klar zu formulieren und aufzuschreiben zwingt geradezu, Klarheit zu erreichen über das, was man wirklich möchte.
  • Erreichbare Ziele sorgen für das klare WARUM. Das wiederum bewirkt Entschlossenheit, Energie, Antrieb und Schaffenskraft, Ausdauer, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz, Resilienz, Motivation und Begeisterung – alles, was die Erreichung von Zielen unterstützt.
  • Woran soll man Erfolg messen, wenn man kein Ziel hat?
  • Ziele setzen heißt auch – Weg von Problemen und Sorgen.
  • Ziele machen interessant. Als Unternehmer oder Privatperson können Sie über das sprechen, was Sie erreicht haben oder erreichen wollen. Das ist in vielen Fällen interessanter als sich zu allgemeinen Themen zu äußern.
  • Die mögliche Zielerreichung sorgt für Vorfreude und gute Stimmung. Ein erreichtes Ziel schafft Zufriedenheit und (Selbst-) Vertrauen. Das gilt für Unternehmen und alle Mitarbeiter genauso wie im privaten Leben. Der Bergsteiger, der den Gipfel erreicht, erlebt diesen Augenblick mit hoher Intensität und macht sich zufrieden an den Abstieg.

Ohne langfristige Ziele ist es deutlich schwieriger!

Investoren und Kapitalgeber honorieren Unternehmen mit klaren anspruchsvollen Zielen. Anderen geben sie kaum eine Chance. Das sieht man sowohl am Kapitalmarkt als auch bei Banken und anderen Geldgebern. 

Vielleicht haben Sie schon von einer Langzeitstudie der amerikanischen Harvard Universität „The Power of written goals“ vernommen, die einen Beleg für das obige Argument liefert / liefern soll.
Angeblich oder tatsächlich wurde in dieser Studie 1979 ermittelt, dass nur 3% aller Absolventen klare Ziele haben und auch aufgeschrieben haben. Weitere 13% hatten ein Ziel, haben dieses aber nicht aufgeschrieben. Die restlichen 84% hatten nach ihrer Aussage keine Ziele.

1989, 10 Jahre später, wurden diese Ergebnisse festgestellt:

Die 13% mit nicht aufgeschriebenen Zielen haben im Durchschnitt das Doppelte verdient wie die 84% der Absolventen ohne Ziele.

o  Die 3%, die ihre klaren Ziele aufgeschrieben haben, haben im Durchschnitt das Zehnfache verdient wie die anderen 97%.

Zu dieser Studie und vor allem einer weiteren von Harvard zu einem ähnlichen Thema aus dem Jahr 1953 gibt es im Internet diverse Kritik und Zweifel. Aber unabhängig von Yale und Harvard hat Dr. Gail Matthews an der Dominican University in Kalifornien ebenfalls eine Studie durchgeführt, die die große Wirksamkeit aufgeschriebener Ziele eindeutig bestätigt. 

Ziele sind für Unternehmen unverzichtbar und für Privatpersonen zumindest eine wichtige Unterstützung für Erfolg, Zufriedenheit und Glück. Deshalb komme ich auf das Thema „Ziele“ sicherlich nochmal zurück. Den heutigen Beitrag beende ich mit einem Zitat von Arthur Schopenhauer:

Handlungsmaximen sind notwendig, um der Schwäche des Augenblicks Widerstand leisten zu können.“ 

Ludger Grevenkamp
7. Mai 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 5

Was ist Digitalisierung? Teil 5

Im Teil 5 dieser Blog-Serie geht es um das Internet der Dinge, um industrielles Internet, Industrie 4.0 und um „Software“ – die Schwerpunkte auf der diesjährigen Hannover Messe.

Das folgende Schaubild vermittelt einen Überblick über die verwendeten Begriffe. 

Internet der Dinge

Wenn von Digitalisierung die Rede ist, taucht auch immer wieder der Begriff „Internet of Things“ (IoT), „Internet der Dinge“ auf. In schöner Regelmäßigkeit wird hier der Kühlschrank genannt, der eigenständig Salami nachbestellt. Oder es werden „Wearables“ vorgestellt: Smartwatches, Fitness-Kleidung mit Elektronik oder Babysocken zur Überwachung des Kindes.

Weitgehend gewöhnt haben wir uns an Barcodes oder QR-Codes in Werbeanzeigen, auf Flugtickets oder auf Eintrittskarten für elektronische Zugangssysteme, z. B. bei Messe-Veranstaltungen. Zunehmende Verbreitung finden auch SmartHome-Lösungen, deren Funktionen sich über Sprachassistenten wie Alexa, Siri & Co. oder von unterwegs per Smartphone steuern lassen. 

Das Grundkonzept von IoT besteht darin, Produkte und Geräte zu digitalisieren und Internet-mäßig zu vernetzen. So können IoT-Produkte Daten über ihre Nutzung sammeln und gegebenenfalls mit intelligenten Anwendungen kommunizieren.

Das Angebot entsprechend digitalisierter Produkte wird weiterhin exponentiell wachsen. Auch hier stehen die Internet-Giganten in den USA in den Startlöchern, denn viele der erwähnten intelligenten Anwendungen dürften in deren Rechenzentren laufen und die Fülle der von den IoT-Produkten gesammelten Informationen sind im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert.

Industrie 4.0 / Industrielles Internet

In vielem orientiert sich das Internet der Dinge am Verbraucher und seinen Bedürfnissen. Ein wichtiger Treiber von IoT ist aber auch das „industrielle Internet“, das wir in Deutschland „Industrie 4.0“ nennen: Miteinander vernetzte Werkstücke, Maschinen und Logistiksysteme, die sich selbst organisieren und steuern und so die Effizienz in Produktion und Logistik noch einmal deutlich steigern. Die gerade stattfindende Hannover Messe gibt einen guten Überblick über den momentanen Stand diesbezüglicher Entwicklungen.

Deutschland nimmt in diesem Bereich seit jeher einen Spitzenplatz in der weltweiten Wirtschaft ein. Das war für deutsche Unternehmen auch immer notwendig, um gegenüber Low-cost-Ländern wettbewerbsfähig zu sein. Unser heutiger Leistungsstand der Digitalisierung und Automatisierung muss den internationalen Vergleich nicht scheuen. Im Gegenteil.

Mit der weiteren Vernetzung von Menschen und Maschinen, mit noch mehr Automatisierung sowie dem Einsatz digitaler Technologien wie autonome Roboter, 3D-Druck oder Künstliche Intelligenz wird die Effizienz rund um die Herstellung von Produkten weiter gesteigert werden. Hierauf werde ich in den nächsten Beiträgen noch näher eingehen.

Erfolgsfaktor: Software!

Der wahre Erfolgsfaktor von Industrie 4.0 und auch des Internets der Dinge ist die Software. Bei der industriellen Ausrüstung – bei Produktionsanlagen, Maschinen, Robotern, Transporteinrichtungen – nimmt der Software-Anteil ständig zu.

So sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer der Fachverbände Elektrische Automation und Software im VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, im is report: „Software ist das zentrale Realisierungselement bei Industrie 4.0, sei es als embedded Software, als Steuerungssoftware, als Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Software oder als App auf Smart Devices.“

Software wird aber auch immer wichtiger bei den Produkten selbst. Auch bei denen, die wir spontan vielleicht eher unter „Hardware“ einordnen würden, wie z. B. Computer-Drucker oder Autos.

Drucker bestehen schon seit langem wertschöpfungsmäßig vor allem aus Software und, was den Verkaufspreis betrifft, anscheinend vor allem aus Verbrauchsmaterial: Toner und Tintenpatronen.

In der Autoindustrie gehen Experten davon aus, dass schon in 5 Jahren Elektronik und Software die Hälfte der Wertschöpfung eines Fahrzeugs ausmachen. Der Trend zur E-Mobilität und das autonome Fahren werden den Wertschöpfungsanteil der Software weiter nach oben treiben. Die Computerwoche titelte in 2017 bereits: „Das Auto als Tablet auf Rädern“.

Nur – in Informationstechnik und Software sind die USA heute unbestrittener Marktführer. In vielen amerikanischen Schulen sind Informatik und Programmieren seit langem „Hauptfächer“. Viele Unternehmensgründer sind Informatiker.

Von Kalifornien wird berichtet: Selbst Kinder im Vorschulalter versuchen sich bereits an einfachen Programmieraufgaben auf ihren Tablets. Wir fragen uns sicherlich zu Recht, ob wir das gut finden und in Deutschland nachahmen sollten. Andererseits –

Vor allem mit Software sind Microsoft, Google, Amazon, Facebook, Apple, Cisco und viele weitere dorthin gekommen, wo sie heute sind. Tesla mag Probleme mit seiner Fahrzeugproduktion haben, in Sachen Software sind sie weit vorn.

In den nächsten Teilen dieser Blog-Reihe beschäftige ich mich mit den besonders stark wachsenden „neuen“ digitalen Technologien: Künstliche Intelligenz, Big Data, 3D-Druck und Virtual Reality / Augmented Reality.

Ludger Grevenkamp
28. April 2018

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Was ist Digitalisierung? Teil 4

Was ist Digitalisierung? Teil 4

In Teil 1, Teil 2 und Teil 3 dieser Blog-Serie habe ich u. a. über das exponentielle Wachstum der Digitalisierung gesprochen und über den Netzwerkeffekt des Internets. In diesem 4. Teil möchte ich darstellen, wie amerikanische Unternehmen es verstanden haben, ganze Branchen mit ihren neuen digitalen Geschäftsmodellen zu überrollen.

Analoge Ineffizienz + Kreative Geschäftsidee + Plattform-Denken

In Deutschland und Europa haben wir offensichtlich zwei besonders wichtige Punkte in der Digitalisierung übersehen:

  1. Die großen Ineffizienz-Potenziale (in nicht-industriellen Bereichen)
  2. Die Macht von Plattformen im Internet

Genau diese beiden Punkte haben Unternehmensgründer, vor allem im Silicon Valley in Kalifornien, zu ihrer Geschäftsgrundlage gemacht.

Mehr oder weniger als Blaupause für entsprechende Geschäftsmodelle kann Amazon mit Firmensitz in Seattle, im US-Bundesstaat Washington, dienen. Jeff Bezos, dessen Gründer und Chef, ist laut letzter offizieller Rechnung reichster Mann der Welt. Möglicherweise ändert sich das allerdings demnächst wieder, da Amazons Börsenkurs derzeit stark unter Druck steht. Ein zentraler Ausspruch von Bezos, ich meine sogar eine Art Credo von Amazon, lautet: „Deine Marge ist meine Chance.“

Wie hat er das gemeint?

Traditionell organisierte Firmen versuchen in der Regel, ihre Gewinnmarge möglichst hoch zu halten. Darauf basiert deren gesamte Kalkulation. Viele geschäftliche Abläufe sind analog und damit oft wenig effizient. Aktiv verkaufen solche Firmen häufig nur regional begrenzt, vorzugsweise fokussiert auf besonders wichtige Kundengruppen.

Das Geschäftsmodell von Amazon im Online-Versandhandel (‚Amazon Marketplace‘) sieht dagegen so aus: Einkaufen per Internet in Verbindung mit exzellenter schnellster Logistik und bequemen Zahlungsmöglichkeiten bietet allen möglichen Kunden weltweit einen Vorteil, der vom jeweiligen stationären Handel nur schwer zu toppen ist.

Um schnell große Marktanteile zu erreichen, auch international, hat Amazon seine Plattform für andere Händler geöffnet. Diese verkaufen angesichts des von Amazon in die Plattform eingebauten direkten Preisvergleichs in hartem Wettbewerb miteinander. Auch die Preise der von Amazon selbst vermarkteten Produkte werden immer wieder knallhart kalkuliert, häufig nicht einmal kostendeckend. Verluste interessieren erst mal nicht. Marktbeherrschung hat Vorrang. Das allem übergeordnete Ziel lautet „Amazon ist DIE Plattform für Online-Shopping“.

Eine kleine aber aufschlussreiche Randnotiz: Amazon sollte ursprünglich Relentless (engl. für gnadenlos, unbarmherzig) heißen, aber Freunde von Jeff Bezos rieten ihm von diesem Firmennamen ab.

Nach großen Erfolgen im Online-Shopping verfolgt Amazon offensichtlich die Absicht, mit eigenen Produkten wie Kindle, Fire, Alexa oder Echo sowie Dienstleistungen wie Amazon Prime und Prime Video, Amazon Music, Amazon Pay, Amazon Fresh etc. in immer weitere Lebensbereiche seiner Kunden vorzudringen und diese ebenfalls möglichst vollständig abzudecken.

Via Kindle verkauft Amazon z. B. heute mehr als die Hälfte aller E-Books in Deutschland. Echo und Alexa, der Cloud-basierte Sprachdienst von Amazon, können nicht nur immer mehr Wünsche erfüllen, sie können auch Amazon über die persönlichen Vorlieben, Lebensgewohnheiten usw. ihrer Nutzer informieren. Soviel an dieser Stelle erneut zur kostenlosen Datenweitergabe.

Beginnend mit dem Buchhandel hat Amazon so eine Branche nach der anderen umgekrempelt. Ganz aktuell scheint Amazon es auf die Finanzbranche abgesehen zu haben.

Amazon hat auch als einer der ersten im Jahr 2006 ein damals noch recht junges Geschäftsfeld für sich entdeckt: das Angebot von Cloud Rechenzentrumsleistungen. Amazon Web Services (AWS) ist heute unangefochten der weltweite Marktführer auf diesem Feld vor Microsoft mit Azure, Google Cloud und IBM Softlayer / Bluemix.

Hunderte von US-Unternehmen haben Ähnliches versucht wie Amazon. Viele mit enormem Erfolg, wie z. B.: Google, Apple, eBay, YouTube, PayPal, Facebook, LinkedIn, Instagram, Uber, Airbnb, Netflix. Deren Erfolg heißt für die Branchen und Unternehmen, die betroffen sind, häufig Disruption, Zerstörung ihres Geschäftsmodells. Dabei war meines Erachtens die Zerstörung nicht das Hauptziel der überwiegend amerikanischen Angreifer, sondern eher ein Kollateralschaden, eine unvermeidbare Begleiterscheinung.

Die geschäftliche Chance dieser US-Firmen bestand und besteht nämlich in

  1. der Ineffizienz analog geprägter Geschäftsprozesse, die gegenüber digital optimierten Abläufen nicht wettbewerbsfähig sind
  2. einer kreativen Geschäftsidee
  3. der möglichen globalen Internetplattform-Position in einem bestimmten Markt

Etliche Internetplattform-Positionen sind in den letzten 10 oder 20 Jahren von diesen Unternehmen besetzt worden. Teilweise haben sie wiederum andere Unternehmen mit Plattform-Position gekauft. Beispiele sind Google, die YouTube gekauft haben, oder Facebook mit WhatsApp und Instagram sowie Microsoft mit LinkedIn. Auch die deutsche SAP – siehe Teil 3 dieser Blog-Reihe – hat mit Ariba eine solche Plattform-Position gekauft. Vermutlich aus eigener Kraft versucht die Firma Klöckner den Aufbau einer Online-Plattform für den Handel mit Stahl.

Für die überwiegende Mehrzahl deutscher Unternehmen geht es in der Digitalisierung aber nicht um weltweite Internetplattformen, um vollständig neue Geschäftsmodelle in kurzer Zeit oder gar um Disruption.

Fast immer geht es um Wettbewerbsfähigkeit in einer zunehmend digitalisierten Welt. Es geht um gute Ideen und vor allem um die Ablösung ineffizienter analog geprägter Geschäftsprozesse durch optimierte digitalisierte Abläufe.

Und das ist unser Thema.

Monopolartige Strukturen

Netzwerkeffekte begünstigen monopolartige Strukturen. Ein Unternehmen besetzt die internationale oder globale Plattform. Jeder, der die dort angebotene Leistung nutzen will, ist gezwungen, den zugehörigen Geschäftsbedingungen und Preisen zuzustimmen. Kleinere Wettbewerber haben kaum eine Chance. YouTube kennen alle, aber wer kennt Vimeo oder MyVideo?

Grundsätzlich sind Monopole nicht verboten. Untersagt ist aber der Monopol-Missbrauch. In der ALTEN Wirtschaft sind die Kartellämter da sehr wachsam und rege. In der NEUEN Wirtschaft tun sie sich schwer. Dort gibt es (bisher) kaum Regeln. Und im digitalen Umfeld mit den Regeln der alten Wirtschaft Monopolmissbrauch nachzuweisen ist schwierig und langwierig. Außerdem sind die Gegner Giganten. Ihr Marktwert kann durchaus mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines kleineren EU-Landes mithalten. Ihnen mangelt es auch nicht an Kreativität und Geld, entsprechenden Vorwürfen auszuweichen oder zu begegnen.

Das bringt uns wieder zum dringenden Handlungsbedarf des Gesetzgebers nach Rahmenbedingungen für die digitale Welt. Schon vor Jahren hat Olaf Scholz, damals noch Hamburgs Erster Bürgermeister und heute Bundesfinanzminister, Regeln für Plattformen angemahnt.

Und was ist seitdem passiert?

Im nächsten Beitrag zu dieser Blog-Reihe befasse ich mich mit dem Internet der Dinge, mit Industrie 4.0 und mit Software.

Ludger Grevenkamp
18. April 2018

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Datensicherheit ist extrem wichtig!

Daten- und IT-Sicherheit sind zentrale Punkte der Unternehmensstrategie.

Das hätte vor 20 Jahren kaum jemand so formuliert. Auch noch vor zehn Jahren wurden Daten- und IT-Sicherheit eher als typische IT-Aufgabe, denn als unternehmensstrategische Herausforderung gesehen.

Aber seit der Jahrtausendwende hat sich vieles geändert.


Informationstechnik (IT) ist extrem wichtig

Eine funktionierende und sichere IT ist mehr denn je für Unternehmen existenziell, überlebensnotwendig. Sie ist ähnlich wichtig wie die Zahlungsfähigkeit einer Firma.

Die Informationstechnik und vor allem die eingesetzte Software sind ein zentraler Erfolgsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Viele Firmen stufen ihre IT als Kernkompetenz ein oder betrachten ihre Daten als größten Vermögenswert.

Daten dürfen nicht in falsche Hände geraten oder absichtlich oder unabsichtlich verfälscht/beschädigt worden sein. Kann auf die Daten nicht zugegriffen werden oder „steht der Computer“, ist eine Organisation so gut wie handlungsunfähig.

Entsprechend gilt es, die wesentlichen Risiken und Gefahren für eine funktionierende IT und für die sensiblen Unternehmensdaten zu kennen und sich dagegen abzusichern.


Was ist Daten- und IT-Sicherheit?

Bei der Datensicherheit geht es um den Schutz all Ihrer Daten vor Verlust, vor Manipulation, vor unberechtigter Kenntnisnahme und Diebstahl sowie vor sonstigen Bedrohungen.

Datensicherheit ist nicht zu verwechseln mit Datenschutz, dem Schutz personenbezogener Daten. Dessen Grundlage wiederum ist das informationelle Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen (siehe auch die neue DSGVO, die ab dem 25. Mai 2018 in vollem Umfang gilt).

IT-Sicherheit bezieht sich auf alle elektronisch gespeicherten Daten und deren fehlerfreie Verarbeitung sowie auf die Zuverlässigkeit der IT-Systeme, einschließlich z. B. der Überwachung von Zugriffsberechtigungen.

Insbesondere Datensicherheit und IT-Sicherheit sind nicht beliebig klar voneinander zu trennen. Der Begriff „Daten- und IT-Sicherheit“ bündelt die Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten sowie an eine verlässlich arbeitende informationstechnische Infrastruktur.

Eigenes oder externes Rechenzentrum

Wenn es um Konzepte für Rechenzentren geht, ist die Cloud mit ihren diversen Varianten inzwischen eine ernst zu nehmende Alternative. Wenn Sie Daten- und IT-Sicherheitsaspekte als besonders wichtig einordnen, ist eine Private Cloud einer Public Cloud immer vorzuziehen. Sie ist allerdings auch deutlich teurer. (Auf weitergehende Unterscheidungen der einzelnen Cloud-Varianten möchte ich an dieser Stelle verzichten.)

  • Arbeiten Sie mit einem seriösen Rechenzentrumsanbieter, ist die physische Datensicherheit und IT-Sicherheit im Rechenzentrum selbst weitestgehend gewährleistet; selbst bei Stromausfall oder Brand. Der Schutz vor möglichen Cyberattacken ist sehr hoch, aber er ist natürlich nicht vollkommen.

Da die Daten nicht lokal gespeichert, sondern meistens per Internet übertragen werden, ist die Internet-Wegstrecke, die die Nutzer mit dem Rechenzentrum verbindet bzw. von ihm trennt, sorgfältig zu prüfen. Das „Internet-Risiko“ reduziert sich deutlich, wenn Sie z. B. im Fall einer Private Cloud eine gesicherte VPN-Verbindung zum Rechenzentrum nutzen.

  • Betreiben Sie ein eigenes Rechenzentrum, muss sich dieses bzgl. Daten- und IT-Sicherheit an einem externen Rechenzentrum messen lassen. Und da liegt die Latte hoch. Das gilt auch bezogen auf mögliche Hacker-Angriffe.

Demgegenüber steht der Vorteil der lokalen Datenspeicherung. Allerdings gilt es, den auch emotionalen Aspekt „Meine Daten sind gleich nebenan“ richtig zu bewerten. Mit jedem mobilen Gerät, das per Internet mit Ihrem Rechenzentrum kommuniziert, verringert sich außerdem der Vorteil der lokalen Datenspeicherung.

Die Frage, ob externes oder internes Rechenzentrum, klammert, wie gesagt, mobile Geräte mit Internet-Kommunikation weitgehend aus. Das gilt auch für Daten, die unabhängig vom Standort des Rechenzentrums per Internet verschickt werden. Hier sind beide Alternativen sicherheitsmäßig vergleichbar.

Die folgende Grafik zeigt bezüglich Industriespionage in Deutschland die von den Unternehmen identifizierten Tätergruppen. In über 40 % der Fälle war eine Identifizierung allerdings nicht möglich.                         


Datensicherheit international

Wie ich eingangs angemerkt habe, hat sich seit der Jahrtausendwende in Sachen Datensicherheit vieles geändert, vor allem auch international – der 11. September 2001 und Edward Snowden sind nur zwei Stichworte.

Besonders hohe Risiken gehen Sie ein, wenn wichtige Daten Deutschland verlassen, denn dann unterliegen sie nicht mehr den deutschen Gesetzen.

Jetzt könnten Sie einwenden, es muss hier Europa heißen. Aber noch wird mit Datensicherheit in den Mitgliedstaaten der EU recht unterschiedlich umgegangen. Es ist bestimmt kein Zufall und liegt kaum an der Sprache oder der Besteuerung, dass sich besonders viele Rechenzentren US-amerikanischer Firmen in Irland befinden.

Wenn Sie gar zulassen, dass Ihre Daten nach Amerika gehen (können) oder sie von Firmen wie Amazon, Microsoft, Google, Dropbox usw. gespeichert werden, auch wenn deren jeweiliges Rechenzentrum in Europa sein sollte, liefern Sie sich datensicherheitsmäßig vollständig den Amerikanern aus.

Am 26. Oktober 2001, kurz nach den Anschlägen vom 11. September, wurde der USA PATRIOT Act verabschiedet. Er steht für Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act of 2001.
Auf Basis des USA Patriot Acts müssen US-Unternehmen den US-Behörden Zugriff auf bei ihnen irgendwo auf der Welt gespeicherte Daten eines Kunden verschaffen.

Teile des Patriot Act liefen am 1. 6. 2015 aus, wurden jedoch umgehend durch den Freedom Act am 2. 6. 2015 ersetzt. USA FREEDOM Act steht für Uniting and Strengthening America by Fulfilling Rights and Ensuring Effective Discipline Over Monitoring Act.

Neuer Name, aber gleiches Prinzip: Wenn die USA möchten, dürfen sie alles.

Vermutlich erfahren Sie nicht einmal, dass eine US-Behörde auf ihre Daten zugegriffen hat. Denn hierfür gibt es den wohl recht großzügig genutzten National Security Letter (NSL), mit dem das FBI den Betreffenden verbieten kann, sich zum Vorgang des Datenzugriffs zu äußern.

Die Nationale Sicherheit der USA wird hier gern in den Vordergrund geschoben. Aber Wirtschaftsspionage und anderweitigen Datenmissbrauch „gibt es auch unter Freunden“.

Seit Beginn der Präsidentschaft von Donald Trump ist das Vertrauen gegenüber den USA in Sachen Datensicherheit noch weiter gesunken. Eine renommierte deutsche Computerzeitschrift rät klar davon ab, Kundendaten in den USA zu speichern. Die jüngste Affäre um Facebook und Cambridge Analytica (Slogan: „data drives all we do“) nährt weitere Befürchtungen bezüglich systematischen Datendiebstahls bzw. –missbrauchs in den USA.

Aufgrund des Misstrauens gegenüber US-amerikanischen Cloud Storage Providern (CSP) hat Microsoft für zwei seiner Cloud-Rechenzentren eine Treuhänder-Vereinbarung mit der Deutschen Telekom geschlossen. Angeblich soll dieses juristische Konstrukt den US-Behörden den Zugriff auf Kundendaten nicht mehr ermöglichen. Angeblich.

Denn laut Gesetz dürfen deutsche Behörden auf Daten der Deutschen Telekom zugreifen. Außerdem hat seit 1. Januar 2017 auch der BND (Bundesnachrichtendienst) gegenüber Nicht-Deutschen ähnliche Möglichkeiten des Datenzugriffs wie die US-Behörden. Nur – und das ist ein wichtiger Haken: Um eindeutig festzustellen, ob es sich tatsächlich um einen Nicht-Deutschen handelt, muss der BND ja erst einmal zugreifen …
Gegen dieses neue BND-Gesetz läuft übrigens eine Verfassungsbeschwerde.


Fazit: Lassen Sie Ihre Daten bei den Deutschen!

Wenn Ihnen Ihre Daten wichtig sind, sollten Sie alle Rechenzentren in den USA sowie alle Rechenzentren, die in irgendeiner Weise mit US-amerikanischen Unternehmen verbunden sind, meiden. Sogar europäischen Rechenzentren bei sensibleren Daten zu vertrauen, halte ich zumindest für gewagt.

Nun – absolute Datensicherheit gibt es nicht.

Aber unter Abwägung aller Risiken und sonstiger Kriterien scheinen mir nur Rechenzentren mit deutschen Eigentümern ausreichend vertrauenswürdig. Und auch bei denen sollten Sie sorgfältig überlegen, inwieweit zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. eine Private Cloud oder gar die explizite Verschlüsselung der Daten, angebracht sind.

Ludger Grevenkamp
31. März 2018

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