Strategische Einordnung eines Unternehmenskaufs

M&A Transaktionen erfolgen geplant, nach entsprechendem Such- und Selektionsprozess, oder ungeplant, weil sich (überraschend) eine günstige Gelegenheit bietet. Bei der Akquisition eines Unternehmens geht es neben finanziellen, rechtlichen, personellen, kulturellen und organisatorischen Fragen vor allem auch um die unternehmensstrategische Einordnung des Vorhabens.

Hier lassen sich – modellhaft betrachtet – drei grundsätzliche Varianten unterscheiden:

  1. Das zugekaufte Unternehmen füllt strategisch eine Lücke, die im kaufenden Unternehmen bisher bestanden hat. Zum Beispiel deckt es bisher nicht erreichbare bzw. bearbeitete geographische oder regionale Bereiche ab, es vervollständigt oder erweitert das bisherige Produktportfolio oder es verfügt über wichtiges Knowhow oder den Zugang zu neuen Kundengruppen.
    Oft geht es in dieser besonders häufigen Variante einer Akquisition auch um mögliche Synergien. Außer klassischen Einsparungen zählen hierzu vor allem Skalen- und Verbundeffekte wie z. B. bessere Auslastung von Ressourcen oder bessere Beschaffungsmöglichkeiten.
    Unternehmensstrategisch spricht man bei dieser M&A Variante auch von horizontaler oder vertikaler Ergänzung/Stärkung des Geschäftsmodells des kaufenden Unternehmens.
  2. Die Strategien des kaufenden und des akquirierten Unternehmens überlappen sich zu einem großen Teil oder beide Unternehmen sind sogar direkte Wettbewerber. Bei einem „Zusammenschluss“ bieten sich ihnen geschäftliche Perspektiven, die sie einzeln so nicht wahrnehmen könnten. Mögliche Synergien, wie sie unter der ersten Variante erläutert wurden, sind hier möglicherweise ein weiterer Kaufgrund.
    In der Regel ist bei dieser M&A Variante eine gelungene aber häufig schwierige Verschmelzung wichtige Voraussetzung für den zukünftigen Erfolg des gemeinsamen Unternehmens. Vor allem, wenn die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Unternehmen ausgeprägter sind, sollten Sie sich auf einen entsprechend herausfordernden Merger einstellen.
  3. Das zugekaufte Unternehmen dient dem Aufbau eines neuen Unternehmens-Standbeins bzw. der Diversifikation der geschäftlichen Aktivitäten. Trotz neuen Eigentümers arbeitet in diesem Fall das zugekaufte Unternehmen, angenommen es war bisher erfolgreich, im Wesentlichen weiter wie bisher. Es liegt in der Natur der Sache, dass bei dieser Variante der Merger weniger zeitkritisch ist und meistens auch leichter durchzuführen.

Diese drei grundsätzlichen Varianten einer strategischen Akquisition kommen in der Realität natürlich selten lupenrein vor. Das wäre wohl auch zu einfach.

Jede Akquisition ist komplex. Und das Ausmaß der Komplexität sollte man nie unterschätzen. Schon gar nicht die Herausforderung eines gelungenen Mergers. Ein neutraler erfahrener Blick von außen ist hierbei eine wichtige Unterstützung. Sprechen Sie mit uns! 

Ludger Grevenkamp
16. Februar 2018

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