Finanzinvestoren vs. Strategische Investoren

Im M&A Bereich wird gemeinhin zwischen strategischen Investoren und Finanzinvestoren unterschieden. In der Realität lässt sich das nicht immer so eindeutig trennen, aber in diesem Beitrag geht es mir vorrangig um die leichtere Verständlichkeit.

Bei Finanzinvestoren steht die Wertschöpfung, die sich mit dem Kauf und Verkauf eines Unternehmens erzielen lässt, im Vordergrund. Zentrale Kenngröße ist das insgesamt für den Kauf eingesetzte eigene Kapital des Finanzinvestors zuzüglich laufender Aufwendungen und abzüglich laufender Erträge. Diese Gesamt-Investition wird in Bezug gesetzt zum erzielten Netto-Verkaufserlös, der nach Abzug aller finanziellen Verpflichtungen und anderweitiger Aufwendungen beim Finanzinvestor verbleibt. Finanzinvestoren sind vor allem Private Equity Fonds, Sie planen als Zeitspanne zwischen Akquisition und Exit üblicherweise mit etwa 4 bis 7 Jahren. Aber auch Beteiligungsgesellschaften, Family Offices und Industrieholdings zählen zu den Finanzinvestoren, auch wenn sie häufig mit einer längeren Zeitspanne zwischen Erwerb und Veräußerung planen.

Strategische Investoren planen dagegen langfristig bzw. zeitlich unbegrenzt. Im Kern geht es ihnen darum, den Erfolg und damit den Wert ihres bisherigen Unternehmens durch den Zukauf nachhaltig zu steigern. Einschließlich aller Aufwendungen, die sie für die Akquisition und die anschließende Integration oder Verschmelzung leisten müssen.

Als Wunsch-Formel ausgedrückt, heißt das: „1 + 1 > 2“.

Ein Erfolg oder Wert in diesem Sinne können auch Vorteile sein, die sich nicht direkt beziffern lassen, wie zum Beispiel: der Schutz vor einer feindlichen Übernahme oder das Verhindern einer Akquisition durch einen Wettbewerber.

Ludger Grevenkamp
22. Januar 2018